Rheinmetall rüstet sich für die Zukunft der Artillerie. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris hat der Düsseldorfer Konzern eine weitreichende Allianz geschmiedet. Gemeinsam mit dem US-Unternehmen General Atomics will Rheinmetall neue Präzisionsmunition bauen. Das Ziel: mehr Reichweite ohne neue Logistik.

Präzision für die NATO

Die Partnerschaft fokussiert sich auf das System „Vektrex“. Diese 155-Millimeter-Munition soll die Wirksamkeit bestehender Geschütze massiv erhöhen. Ein großer Vorteil liegt in der hohen Manövrierfähigkeit. Selbst bei gestörtem GPS-Empfang in umkämpften Gebieten findet die Munition ihr Ziel. Rheinmetall bietet den NATO-Staaten damit eine kostengünstige Alternative zu teuren Raketensystemen.

Parallel dazu baut der Konzern sein Angebot an komplexen Wirksystemen aus. Das Joint Venture Destinus Strike Systems treibt den Marschflugkörper „Ruta Block 3“ voran. Dieser erreicht eine Reichweite von über 2.000 Kilometern. Die europäische Lösung soll künftig für alle Mitgliedstaaten verfügbar sein.

Fokus auf das Kerngeschäft

Diese Hightech-Offensive markiert den Schlusspunkt eines langen Umbaus. Rheinmetall agiert nun als reiner Rüstungskonzern. Anfang Juni verkaufte das Unternehmen seine zivile Autozulieferer-Sparte für rund 350 Millionen Euro an die Industriegruppe AEQUITA. Der Deal soll im vierten Quartal 2026 über die Bühne gehen. Investoren blicken künftig auf eine deutlich einfachere Konzernstruktur.

Aktie sucht den Boden

An der Börse verpuffen die operativen Erfolge bislang. Zwar legte die Aktie am Donnerstag leicht auf 1.174,00 Euro zu. Auf Jahressicht steht jedoch ein Minus von knapp 27 Prozent auf der Kurstafel.

Der Abstand zum Rekordhoch bleibt gewaltig. Die Papiere notieren deutlich unter der 50-Tage-Linie von 1.290 Euro. Die operative Richtung stimmt, aber der Markt verlangt Beweise. Die Folge: Die Absichtserklärungen aus Paris müssen zügig in feste Großaufträge münden. Nur unterschriebene Verträge dürften den Abwärtstrend stoppen.