Am Freitag legte die Aktie von Rheinmetall um 5,4 Prozent auf 1.090,20 Euro zu. Das Wertpapier profitierte dabei von einer deutlichen Erholung im Branchenumfeld europäischer Verteidigungskonzerne. Marktbeobachter begründeten die sektorweite Stärke mit aufkommenden Zweifeln an der künftigen US-Militärhilfe für die Ukraine sowie mit Erwartungen über zusätzliche staatliche Auftragsvergaben zum Jahresende.

Neuer Industrievorstoß bei Batterierohstoffen

Abseits des klassischen Rüstungsgeschäfts rückten strategische Beteiligungen in den Blickpunkt. Medienberichten zufolge, die sich auf Informationen von Bloomberg stützen, beteiligt sich Rheinmetall an einer Kapitalerhöhung des Rohstoffunternehmens Rock Tech Lithium.

Der Düsseldorfer Konzern tritt demnach als strategischer Co-Investor beim Bau eines Lithiumkonverter-Werks im brandenburgischen Guben auf. Eine offizielle Bestätigung dieser Transaktion durch Rheinmetall steht bislang noch aus.

Der Vorstoß verdeutlicht das Bestreben, Lieferketten und strategische Industrieprojekte enger an das eigene Netzwerk zu binden. Zuvor hatte das Unternehmen bereits technologische Kooperationen vertieft, darunter die Integration von Software zur Steuerung autonomer Systeme in den Boxer CRV gemeinsam mit dem Partner Breaker sowie die Satellitenaufklärung über das Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall ICEYE Space Solutions.

Ausbau der Munitionskapazitäten in Spanien

Gleichzeitig baut der Konzern seine Produktionskapazitäten im Kerngeschäft zügig aus. Die spanische Tochtergesellschaft Rheinmetall Expal Munitions nahm am Standort Albacete im Rahmen des Projekts „Firepower“ eine neue Anlage für Mittelkaliberkomponenten in Betrieb.

Rheinmetall investierte hierfür rund 20 Millionen Euro. Die Fertigung ist auf eine Jahresleistung von etwa drei Millionen Komponenten ausgelegt, während die Beschäftigtenzahl am Standort um rund ein Drittel steigen soll.

Den wachsenden operativen Bedarf unterlegte das Unternehmen vor Kurzem auch finanzierungsseitig. Die bestehende syndizierte Kreditlinie wurde vorzeitig erneuert und von 750 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro verdoppelt, um zusätzlichen Handlungsspielraum für die Expansion zu schaffen.

Analysteneinstufung und Ausblick

Vor gut einer Woche senkte die Privatbank Berenberg ihre Einschätzung für Rheinmetall von „Buy“ auf „Hold“ und strich das Kursziel auf 1.020 Euro zusammen. Nach dem jüngsten Kursanstieg notiert das Papier wieder über dieser Marke.

Wichtige fundamentale Impulse für die weitere Entwicklung erwarten Marktteilnehmer von den anstehenden Geschäftszahlen. Rheinmetall wird die Bilanz für das dritte Quartal 2026 am 5. November vorlegen.