Rheinmetall verzeichnet weiteren Zuwachs im Auftragsbestand und treibt zugleich Vorhaben im maritimen Bereich voran. Neben einer neuen Bestellung über 155-mm-Artilleriemunition für einen internationalen Kunden schreiten die Arbeiten an Aufklärungsschiffen für die Marine voran.

Am Werftstandort Wolgast wurde der Bau einer weiteren Einheit begonnen, während parallel über zusätzliche Beschaffungen beraten wird. Zeitgleich hält die sicherheitspolitische Debatte in Europa an.

Am 14. September meldete das Unternehmen einen Neuauftrag über Artilleriemunition im Kaliber 155 Millimeter. Ein internationaler Kunde bestellte dabei eine niedrige fünfstellige Stückzahl. Das Vertragsvolumen beläuft sich nach Unternehmensangaben auf einen Betrag im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Die Fertigung der bestellten Munition läuft bereits. Rheinmetall plant die Auslieferung an den Kunden für das Jahr 2027. Im Zahlenwerk des Konzerns wird der entsprechende Auftragseingang im dritten Quartal 2026 verbucht.

Kiellegung in Wolgast und staatliche Marinepläne

Neben dem Munitionsbereich vermeldete Rheinmetall am 14. September auch Fortschritte im maritimen Segment. Am Werftstandort in Wolgast fand die erfolgreiche Kiellegung des dritten Flottenaufklärungsschiffs statt. Das Unternehmen verwies in diesem Zusammenhang auf den kontinuierlichen Ausbau seiner maritimen Aktivitäten.

Zusätzlicher Bedarf zeichnet sich auf staatlicher Seite ab. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters treibt die Bundesregierung derzeit die Bestellung eines vierten neuen Signalsaufklärungsschiffs voran. Eine solche Order würde die Auslastung der Fertigungskapazitäten am Standort Wolgast weiter verstärken.

Europäischer Rüstungskontext und Kursentwicklung

Die jüngsten Auftragsmeldungen stehen vor dem Hintergrund übergeordneter verteidigungspolitischer Weichenstellungen. Wie Reuters am Dienstag berichtete, debattieren europäische Staaten über den Bedarf an größeren und günstigeren Raketen- sowie Abfangwaffenarsenalen vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs. Eine direkte neue Stellungnahme von Rheinmetall zu diesem Branchenthema liegt nicht vor.

An den Finanzmärkten beendete die Rheinmetall-Aktie den Handel am Freitag bei 1.016,00 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Rückgang von 35 Prozent. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief notiert der Kurs aktuell 13 Prozent darüber.