Mit der neuen Fregatte GMF140 will Rheinmetall seine Position im internationalen Marinegeschäft deutlich ausbauen. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern richtet den hochmodernen Schiffsentwurf vor allem auf künftige Beschaffungsprogramme in Nordamerika aus und erweitert damit sein Angebot über die klassischen Land- und Munitionssysteme hinaus.

Die Märkte haben die Nachrichten dazu gestern wieder belohnt. Rheinmetall konnte sich um 4,2 % aufwärts bewegen. Die Aktie kam auf einen Kurs in Höhe von 1.188,40 Euro. Sie ist dem charttechnischen Aufwärtstrend wieder sehr nahe. Vor allem aber ist auch der GD100 mit dem Abstand von gut -6,3 % nicht mehr sehr weit entfernt. Das Comeback kann gelingen.

Die Fregatte kann nun die Rückkehr in den Aufwärtstrend unterstützen

Die 140 Meter lange Fregatte wurde für komplexe Einsatzszenarien entwickelt und vereint Luftverteidigung, ballistische Raketenabwehr, U-Boot-Bekämpfung sowie weitreichende Präzisionsschläge auf einer Plattform. Moderne US-Radarsysteme, das AEGIS Combat System und 64 vertikale Startzellen bilden den Kern des Konzepts. Dank einer offenen Architektur lässt sich die GMF140 zudem mit unterschiedlichen europäischen und amerikanischen Sensor- und Waffensystemen vernetzen, was insbesondere für multinationale NATO-Einsätze von Bedeutung ist.

Die Investoren achten aber auch und vor allem auf den Donnerstag, wenn Rheinmetall seine endgültigen Quartalszahlen veröffentlicht. Nachdem die wichtigsten Kennziffern bereits vorab überzeugten, geht es nun vor allem um den weiteren Ausbau der Produktionskapazitäten. Mit einem Auftragsbestand von mehr als 80 Milliarden Euro verfügt der Konzern über eine außergewöhnlich hohe Auslastung, einen Rekord. Dies wiederum lässt natürlich offen erscheinen, wie und wo die Aufträge umgesetzt werden. Der Konzern muss investieren. Die Cashflow-Fragezeichen hatten hier den Glauben daran etwas einfrieren lassen.

Die Vorfreude auf die Zahlen jedenfalls ist dennoch groß. Das operative Ergebnis von 562 Millionen Euro lag fast 20 % über den Analystenschätzungen, zugleich wuchs der Quartalsumsatz um 69 %. Durchschnittliche Kursziele von knapp 1.700 Euro sowie eine besonders optimistische Einschätzung von Bernstein mit 1.900 Euro zeigen, dass viele Experten weiteres Potenzial sehen.