Rheinmetall erschloss sich kürzlich mit einem Bundeswehr-Camp in Litauen eine Einnahmequelle, die weit über den Verkauf von Fahrzeugen, Waffen und Munition hinausgeht. Das Unternehmen baut und betreibt einen Standort für bis zu 2.000 Soldaten, der bis Mitte 2027 fertiggestellt werden soll. Das Auftragsvolumen beträgt 250 Millionen Euro, zusätzlich sind jährliche Betriebszahlungen von rund 40 Millionen Euro vorgesehen.

Es kann für die Rheinmetall deutlich vorangehen

Der Unterschied zu einem klassischen Rüstungsauftrag liegt damit in der Laufzeit. Neben der Errichtung entstehen wiederkehrende Erlöse aus dem Betrieb des Standorts. Rheinmetall übernimmt dadurch Aufgaben bei Infrastruktur, Logistik und Versorgung der Streitkräfte. Die dauerhafte Bundeswehr-Präsenz im Baltikum könnte zudem weitere vergleichbare Projekte begünstigen.

Rheinmetall erweitert sein Geschäft zudem um medizinische Versorgung. Die Bundeswehr verlängerte einen bestehenden Auftrag für mobile Rettungsstationen um mehr als 500 Millionen Euro. Insgesamt liefert der Konzern weitere 149 geschützte und ungeschützte Systeme, deren Produktion im ersten Quartal 2027 beginnen soll.

Ein weiteres Wachstumsfeld entsteht indes bei autonomen militärischen Systemen. Rheinmetall eröffnete Mitte August in Großbritannien ein Kompetenzzentrum für Landautonomie und präsentierte dort PATH. Das KI-gestützte System wurde bereits auf mehr als 40 Fahrzeugen getestet und adressiert autonomes Fahren, unbemannte Plattformen und militärische KI-Anwendungen.

Am Montag kostet die Aktie aber dennoch nur ca. 1.138,80 Euro und damit 1,5 % weniger als noch am Freitag. Die Aktie liegt weiterhin 43 % unter dem Allzeithoch von 2.007 Euro. Die Erholung hat den langfristigen Kursrückstand damit noch nicht beseitigt.

Das große Problem: Auch die Versorgung mit kritischen Mineralien gewinnt für die Verteidigungsindustrie an Bedeutung. Das US-Energieministerium stellte für sieben Projekte zur Verarbeitung entsprechender Rohstoffe insgesamt 500 Millionen US-Dollar bereit. Für Rheinmetall und andere westliche Rüstungsunternehmen entsteht damit ein zusätzliches strategisches Feld entlang der Lieferketten. Nur hat China kürzlich die Ausfuhr von Wolfram strenger kontrollieren lassen. Analysten bleiben dennoch derzeit zuversichtlich!