Rasante Kursverluste von mehr als 12 % nahm gestern die Aktie der Rheinmetall. Die Kurse sind je nach Börse auf bis zu ca. 827 Euro nach unten gerauscht. Die Aktie hat enorme Defizite, es fehlen mindestens 180 Euro, um einen Aufwärtstrend auch nur anzudeuten. Grund waren die Korrekturen bei den Prognosen zum Umsatz des laufenden Jahres bei der Präsentation der Quartalszahlen.
13,2 Mrd. Euro Umsatz sollen es werden nach vorher geschätzten 13,7 bis 14,2 Mrd. Euro. Nun wird es allerdings am Ende wohl nicht ganz so dramatisch bewertet werden müssen wie das, was die Börsen gezeigt haben.
Rheinmetall: Das dauert an
Ein Grund für die Schwäche ist vor allem, dass sich eine wichtige Bundeswehrbestellung länger hinzieht als bisher erwartet. Nach nun offiziellen Berichten (und den Quartalszahlen) wird die Vergabe eines milliardenschweren Auftrags im Rahmen des Projekts Arminius vom Dezember auf Februar 2027 verschoben werden. Rheinmetall rechnet damit, dass dieses Projekt dann im 1. Quartal (als grobe Schätzung) durchgewunken wird.
Für den Düsseldorfer Rüstungskonzern ist damit nicht nur der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses betroffen. Auch die erwarteten Vorauszahlungen könnten später eintreffen und die finanzielle Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres beeinflussen. Dies wiederum zeigt sich im Umsatz.
Besonders relevant ist diese Unsicherheit angesichts der jüngsten Liquiditätszahlen. Im zweiten Quartal hatte Rheinmetall einen negativen Free Cashflow ausgewiesen. Dies wiederum zeigte sich nun auch für das vorgestellte dritte Quartal. Ob es im vierten Quartal Änderungen gibt? Berenberg-Analyst George McWhirter beziffert die mögliche Belastung durch ausbleibende Anzahlungen auf bis zu 3 Milliarden Euro. Damit könnte nach seiner Einschätzung auch das Auftragsziel für 2026 unter Druck geraten. Das Analysehaus bestätigte seine Einstufung „Hold“ und beließ das Kursziel bei 1.020 Euro.
Insgesamt aber sind die Märkte noch immer der Meinung, die Aktie sei weniger wert. Analysten sehen im Durchschnitt eher Kursziele von über 1.500 Euro. Wer hat Recht?
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