Rheinmetall hat seine Erholung am Freitag mit einem kräftigen Kurssprung fortgesetzt und die Marke von 1.100 Euro wieder in Reichweite gebracht. Die Aktie stieg um 6,2 % auf rund 1.089 Euro. Innerhalb von fünf Handelstagen summiert sich der Gewinn damit auf 16,6 %, auf Vierwochensicht steht wieder ein Plus von rund 8 %. Trotz dieser deutlichen Bewegung liegt der Kurs noch etwa 16,5 % unter der 200-Tage-Linie. Der langfristige Abwärtstrend ist damit noch nicht überwunden.
Zuversicht der Analysten ist wieder da
Für die weitere Entwicklung zählt, ob Rheinmetall seine umfangreiche Nachfrage in zusätzliche Produktion und höhere Erlöse überführen kann. Der Auftragsbestand liegt bei mehr als 80 Milliarden Euro. Um die bestehenden Verträge abzuarbeiten und neue Bestellungen bedienen zu können, muss der Konzern seine Kapazitäten erweitern und entsprechende Vorleistungen finanzieren. Die Verdoppelung der syndizierten Kreditlinie von 750 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro schafft dafür zusätzlichen Spielraum. Sie erleichtert die Finanzierung des Ausbaus, sagt aber noch nichts darüber aus, wie schnell sich die Investitionen in Umsatz und Gewinn niederschlagen.
Die jüngste Erholung fällt in eine Phase, in der Anleger wieder stärker auf Rüstungswerte setzen. Bereits am Mittwoch und Donnerstag hatte Rheinmetall jeweils mehr als 3 % gewonnen. Auch neue Geschäftsperspektiven, darunter eine Vereinbarung zum Drohnenabwehrsystem AIRIDE, erweitern das mögliche Auftragsfeld. Ob diese Meldungen den Kursanstieg unmittelbar ausgelöst haben, lässt sich nicht feststellen.
Bei den Analysten bleibt die Bewertung umstritten. Die durchschnittlichen Kursziele liegen zuletzt bei rund 1.570 bis 1.580 Euro. Berenberg hat seine Zielmarke dagegen von 1.600 auf 1.020 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Halten“ zurückgenommen. Die Bank sieht vor allem offene Fragen zur Auftragsentwicklung nach 2030. Der Konzern muss daher nicht nur laufende Programme erfüllen, sondern auch neue Großaufträge gewinnen, um das erwartete Wachstum über das laufende Jahrzehnt hinaus abzusichern.
Am 5. November veröffentlicht Rheinmetall seine Quartalszahlen. Dann wird sichtbar, wie sich Umsatz und Auftragseingang entwickelt haben und welche Hinweise das Unternehmen zum weiteren Produktionsausbau gibt.
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