Rheinmetall hat die Woche unter der Marke von 1.000 Euro beendet. Am Freitag schloss die Aktie bei 982,40 Euro und verlor 0,77 %. Auf Wochensicht beträgt das Minus 2,91 %, innerhalb eines Monats sind es 13,73 %. Seit Jahresbeginn steht inzwischen ein Rückgang von 37,07 %. Damit hat sich die Bewertung deutlich verändert. Für 2026 wird ein KGV von 28,8 erwartet, für 2027 sind es 19,4. Berenberg hält ungeachtet der jüngsten Kursverluste an der Kaufempfehlung fest und nennt weiterhin 1.600 Euro als Kursziel. Der Analystenkonsens liegt sogar etwas höher: 21 erfasste Analysten kommen im Durchschnitt auf 1.641,29 Euro.
Hinter diesen Einschätzungen steht ein Geschäft, das von den steigenden europäischen Verteidigungsausgaben und dem langfristigen Wiederaufbau der Munitionsbestände profitiert. Rheinmetall positioniert sich als strategischer Partner der NATO und sichert sich über Mehrjahresverträge einen Teil dieser Nachfrage. Der Auftragsbestand ist inzwischen auf mehr als 80 Milliarden Euro gestiegen. Weiteres Volumen könnte durch das Bundeswehr-Projekt Arminius hinzukommen. Das Vorhaben könnte einen Umfang von rund 40 Milliarden Euro erreichen. Rheinmetall bewirbt sich gemeinsam mit KNDS um Teile des Projekts, eine Entscheidung wird allerdings erst in einigen Monaten erwartet.
Die vorhandene Nachfrage stellt den Konzern zugleich vor eine praktische Herausforderung. Rheinmetall will seine Jahresproduktion von 155-Millimeter-Geschossen bis 2030 auf rund 1,5 Millionen Stück erhöhen. Neue Fertigungskapazitäten lassen sich vergleichsweise schnell errichten, bei einigen dafür benötigten Rohstoffen dauert der Ausbau des Angebots wesentlich länger. Besonders Antimon könnte zum Engpass werden.
Rheinmetall wird einen immensen Nettogewinn haben
Das Spezialmetall wird unter anderem benötigt, um Bleilegierungen für Munition zu härten, und kommt außerdem in Sensorik und Flammschutzmitteln zum Einsatz. China kontrolliert einen großen Teil der weltweiten Lieferkette und hat seine Ausfuhren stärker reguliert. Rheinmetall baut deshalb Sicherheitsbestände auf und betrachtet die Versorgung mit Antimon als strategischen Risikofaktor.
Die Suche nach zusätzlichen Bezugsquellen läuft bereits international. Das Pentagon unterstützt in den USA Projekte zum Aufbau einer heimischen Antimonversorgung, darunter das Stibnite-Projekt von Perpetua Resources. In Europa hat Yugo Metals bei Bohrproben in Bosnien und Herzegowina neben Gold und Kupfer ebenfalls Antimon nachgewiesen. Bis neue Vorkommen tatsächlich größere Mengen liefern können, können allerdings Jahre vergehen.
Für Rheinmetall wächst unterdessen auch die erwartete Größenordnung des Geschäfts. Für 2026 werden 13,95 Milliarden Euro Umsatz und 1,59 Milliarden Euro Nettogewinn erwartet. 2027 steigen die Schätzungen auf 18,65 Milliarden beziehungsweise 2,35 Milliarden Euro. Um diese Entwicklung zu erreichen, muss der Konzern neben seinen Produktionskapazitäten auch die Versorgung mit den dafür benötigten Rohstoffen absichern.
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