Rheinmetall rüstet auf. Der Düsseldorfer Konzern treibt die Integration künstlicher Intelligenz auf dem Schlachtfeld massiv voran. Parallel dazu warnt CEO Armin Papperger überraschend vor den eigenen Technologien. Er fordert klare ethische Grenzen für autonome Waffen.

Mensch an der Waffe

Auf der Branchenmesse Eurosatory in Paris stieß Papperger eine weitreichende Debatte an. Er verglich die nötige Kontrolle von KI-Waffen mit der Regulierung von Atomwaffen. Sein Kernanliegen ist deutlich. Ein Mensch muss immer die finale Entscheidung über einen Schuss treffen. Fachleute nennen das „Human-in-the-loop“.

Papperger schlägt dafür einen Ethikrat oder eine UN-Resolution vor. Rheinmetall entwickelt längst Systeme, die Ziele per KI eigenständig erkennen. Die Letztentscheidung bleibt laut Konzern aber bei der Besatzung. Die Folge: Der Druck auf die Rüstungsindustrie wächst spürbar. Kürzlich stufte die OECD die Risiken autonomer KI-Waffen als signifikant ein.

Drohnenpiloten im Panzer

Wie diese hybride Kriegsführung in der Praxis aussieht, zeigt ein aktuelles Großprojekt. Rheinmetall baut gemeinsam mit Leonardo den neuen Kampfpanzer NMBT für Italien. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 8,2 Milliarden Euro.

Das Fahrzeug basiert auf der Plattform KF51 Panther. Die Besatzung besteht aus drei Soldaten und einem speziellen Drohnenspezialisten. Dieser steuert Aufklärungs- und Kampfdrohnen direkt aus dem gepanzerten Fahrzeug heraus. Ein geräuschloser „Stealth-Watch“-Modus soll Einsätze von bis zu acht Stunden ermöglichen.

Tiefer Fall und neue Konkurrenz

An der Börse spiegelt sich die technologische Fantasie derzeit kaum wider. Die Rheinmetall-Aktie ging am Freitag bei 1.200,20 Euro aus dem Handel. Das entsprach einem leichten Tagesplus von gut zwei Prozent.

Der Blick auf das laufende Jahr zeigt jedoch eine harte Korrektur. Seit Januar hat das Papier rund 25 Prozent an Wert verloren. Der Kurs notiert massiv unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1.584,94 Euro.

Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von rund 47 ein neutrales Niveau. Die Aktie ist nach den massiven Abverkäufen der Vormonate weder überkauft noch überverkauft.

Indes formiert sich neue Konkurrenz auf dem Markt. Der Autozulieferer Schaeffler plant, ab Ende 2026 Kampf- und Abfangdrohnen zu produzieren. Das dürfte den Wettbewerb bei unbemannten Systemen verschärfen.

Für Rheinmetall wird die operative Umsetzung nun entscheidend. Der Düsseldorfer Konzern muss beweisen, dass er seine technologische Führerschaft verteidigen kann. Gelingt es der Aktie nicht, den Boden oberhalb von 1.100 Euro zu festigen, drohen weitere charttechnische Abgaben.