Mit nur noch knapp 950 Euro Kurshöhe verliert die Rheinmetall-Aktie am Mittwoch über 18 %. Der starke Rückgang fällt zeitlich mit mehreren Analystenkommentaren zusammen. Besonders beachtet wurde eine neue Einschätzung von MWB Research.

MWB Research senkte das Kursziel für Rheinmetall auf 1.400 Euro und bestätigte gleichzeitig die Einstufung Kaufen. Die Begründung liegt laut den veröffentlichten Hinweisen in den veränderten Erwartungen rund um das deutsche Fregattenprojekt. Die Anpassung erfolgte unmittelbar nach den politischen Entwicklungen im Marinebereich. Die Regierung hat hier (s.u.) einen Auftrag endgültig ad acta gelegt. Es ging um rund 12,8 Mrd. Euro.

Das trifft die Rheinmetall hart

Dabei bleibt die Analystengemeinde insgesamt deutlich optimistischer als der Markt. Das mittlere Kursziel aller erfassten Analysten liegt bei 1.870,60 Euro. Die Konsensbewertung lautet Kaufen. Selbst nach dem heutigen Kurseinbruch ergibt sich daraus rechnerisch ein Potenzial von deutlich über 70 %. Die größte Diskussion aber waren heute die Meldungen aus dem Verteidigungssektor. Berichte thematisierten die Diskussion um das Fregattenprojekt, den Einstieg von TKMS sowie die Forderung nach mehr Wettbewerb bei staatlichen Beschaffungen. Dies scheint die Märkte hier außer Rand und Band laufen zu lassen.

Nur die Analysten sind noch wacker. Der oben genannte Ausblick ist vollkommen relevant, wenn berücksichtigt wird, dass die Rheinmetall noch mehrere frische Aufträge aus der Bundeswehr zuletzt hatte verbuchen können. Die Märkte zeigen sich hier erstaunlich widerspenstig, wenn es um die Verarbeitung solcher guter Nachrichten geht und etwas weniger spitzfindig, wenn es um die schlechte Nachricht vom heutigen Tag geht. Mutmaßlich würden die meisten Analysten auch heute noch darauf verweisen, dass der Markt sich einfach irrt. Wichtig dabei wird jetzt die Marke von 1.000 Euro.