Rheinmetall gewann am Mittwoch 3,61 % auf 987,85 Euro und nimmt die Marke von 1.000 Euro ins Visier. Analysten sehen im Mittel ein Kursziel von rund 1.580 Euro. Damit diese Bewertung trägt, muss der Konzern neben dem klassischen Rüstungsgeschäft weitere profitable Geschäftsfelder erschließen. Bei Satelliten und Drohnenabwehr entstehen bereits neue Projekte, ihr finanzieller Beitrag fällt allerdings unterschiedlich konkret aus.

Radarsatelliten können wichtig werden

In Neuss läuft gemeinsam mit dem finnischen Partner ICEYE die Serienproduktion von Radarsatelliten an. Rheinmetall plant rund 50 Einheiten pro Jahr. Die Bundeswehr hat sich über einen mehrjährigen Rahmenvertrag eine vereinbarte Tranche gesichert und kann Systeme im Programm SPOCK-1 eigenständig abrufen. Die Radaraufklärung funktioniert auch bei Bewölkung und Dunkelheit. Das Projekt verbindet damit eine geplante Serienfertigung mit einem konkreten Bedarf der Streitkräfte.

Rheinmetall baut das Raumfahrtgeschäft auch in Italien aus. Am 1. Oktober brachte die Tochtergesellschaft gemeinsam mit Argotec einen Satelliten zur militärischen Luftverteidigungsüberwachung in den Orbit. Die Daten sollen in bestehende Verteidigungsstrukturen eingebunden werden. Wie stark dieser Bereich künftig zum Umsatz beiträgt, hängt von weiteren Aufträgen und der anschließenden Nutzung der Systeme ab.

In Australien entwickelt Rheinmetall Defence Australia gemeinsam mit Praetorian Aeronautics das containerisierte Drohnenabwehrsystem AERIE. Erste Vorführungen sind für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Zusätzlich arbeitet der Konzern an der Integration autonomer Steuerung in Boxer-Aufklärungsfahrzeuge. Beide Vorhaben erweitern das Angebot, befinden sich aber noch vor dem Nachweis eines größeren kommerziellen Erfolgs.

Auch eine mögliche Zusammenarbeit mit Nel ASA bei der Energieversorgung könnte neue Perspektiven eröffnen. Ein bezifferter Auftrag liegt dazu bislang nicht vor. Für Anleger bleibt deshalb entscheidend, ob aus dem Interesse ein verbindliches Geschäft wird.

Damit sind Analysten wohl weitgehend bestätigt, die sehen zumindest sehr viel Potenzial und zwar wirtschaftlich begründet.