Die Generalzolldirektion hat die Marinesparte von Rheinmetall mit der langfristigen Betreuung ihrer behördlichen Flotte betraut. Wie das Unternehmen mitteilte, umfasst der neu geschlossene Rahmenvertrag die Instandsetzung und Wartung von vier modernen LNG-Zollschiffen über mehrere Jahre hinweg. Finanzielle Einzelheiten zu dem Kontrakt wurden nicht veröffentlicht.

Betreuung an vier deutschen Standorten

Der vereinbarte Leistungsumfang deckt neben planmäßigen Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten auch kurzfristige Notfalleinsätze sowie die technische Rundumbetreuung im laufenden Betrieb ab. Die Arbeiten konzentrieren sich auf die jeweiligen Liegeplätze der Einheiten in Lubmin, Neustadt in Holstein, Wilhelmshaven und Emden.

Die betreute Flotte setzt sich aus einem 67 Meter langen Zollschiff sowie drei kleineren Einheiten mit einer Länge von jeweils 55 Metern zusammen. Die drei kleineren Spezialschiffe aus Aluminium wurden auf der Peene-Werft am konzerneigenen Standort in Wolgast gefertigt und im vergangenen Jahr termingerecht an die Behörde übergeben.

Hauptaufgabe dieser Einheiten ist die Überwachung sowie Kontrolle des grenzüberschreitenden Warenverkehrs innerhalb der deutschen Hoheitsgewässer und der Ausschließlichen Wirtschaftszone.

Verknüpfung von Schiffbau und Servicegeschäft

Für den Rüstungs- und Industriekonzern bedeutet die Vereinbarung eine Festigung des maritimen Dienstleistungsgeschäfts. Tim Wagner, CEO der Division Naval Systems, erklärte, das Unternehmen wolle Kunden über den gesamten Lebenszyklus ihrer Systeme begleiten. Der Rahmenvertrag bestätige die Strategie, die bestehende Neubaukompetenz direkt mit anschließenden Serviceleistungen zu verbinden.

Das bei der Konstruktion und Fertigung der Schiffe in Wolgast aufgebaute Know-how soll nun unmittelbar genutzt werden, um Wartungsabläufe, Reparaturen und technische Anpassungen über die gesamte Dienstzeit hinweg effizient durchzuführen. Durch den Kontrakt sichert sich das Unternehmen wiederkehrende Serviceumsätze und stärkt die langfristige Bindung an den öffentlichen Auftraggeber.

Kursplus im schwachen Jahresverlauf

Am Aktienmarkt sorgte die Auftragsmeldung für leichte Zuwächse. Das Papier von Rheinmetall legte im Tagesverlauf um 1,0 Prozent auf 1.007,40 Euro zu.

Damit setzt sich die zögerliche Stabilisierung der vergangenen Wochen fort, wenngleich der Titel im bisherigen Jahresverlauf weiterhin ein Minus von 35 Prozent aufweist. Für Marktteilnehmer steht nun im Fokus, inwieweit der Ausbau des margenstarken Service- und Wartungssegments die Visibilität im maritimen Geschäft weiter erhöhen kann.