Rheinmetall kommt nicht aus dem Abwärtstrend heraus. Am Montag kann sich die Aktie zwar um rund 1 % erholen, mit etwa 1.005 Euro liegt sie jedoch nur eine Haarbreit über der Marke von 1.000 Euro. Nach den deutlichen Verlusten der vergangenen Wochen ist das bislang kaum mehr als ein Stabilisierungsversuch. Neue Unternehmensnachrichten sind zum Wochenauftakt nicht bekannt geworden. Der Kurs wird daher vor allem von der schwächeren Stimmung am Gesamtmarkt beeinflusst. Steigende Zinsen beschäftigen die Börsen weiterhin und drücken auf die Bereitschaft, hoch bewertete Aktien zu kaufen.

Technisches Bild bleibt schwächer

Das technische Bild bei Rheinmetall bleibt schwach. Der Abstand zum GD100 beträgt derzeit rund 11,8 %, zur 200-Tage-Linie sind es sogar etwa 47 %. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 5 % verloren. Die Notierungen müssten sich damit erheblich erholen, bevor von einem neuen Aufwärtstrend gesprochen werden könnte.

Die Analystenbewertungen finden am Markt derzeit wenig Beachtung. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 1.110 Euro und damit noch oberhalb der aktuellen Notierung. Die Experten bewerten Rheinmetall weiterhin als einen starken Titel innerhalb der internationalen Rüstungsindustrie.

Dafür liefert das operative Geschäft Argumente. Der Auftragsbestand hat mit mehr als 80 Milliarden Euro einen Rekordwert erreicht. Rheinmetall sammelt weitere Bestellungen ein und baut seine Kapazitäten aus, um das hohe Auftragsvolumen in den kommenden Jahren abarbeiten zu können.

An der Börse dominiert derzeit die Sorge um die Finanzierung der weiter steigenden Verteidigungsausgaben. Höhere Zinsen verteuern die Staatsfinanzierung, die Schuldenstände nehmen auch in Deutschland zu. Damit wächst die Skepsis, ob die angekündigten Rüstungsbudgets in dem bislang erwarteten Umfang weiter steigen können.

Rheinmetall selbst verfügt mit seinem Auftragsbestand bereits über eine hohe Auslastung für die kommenden Jahre. Die Analysten beurteilen die Geschäftsperspektiven deshalb weniger kritisch als der Aktienmarkt. Für den Kurs bleibt zunächst die Marke von 1.000 Euro wichtig: Am Montag gelingt es Rheinmetall zumindest, sich knapp darüber zu halten.