Mit einem Aufschlag von etwas mehr als 2,3 % hat am Montag die Rheinmetall etwas Boden unter den Füßen gewonnen. Nur sind wichtige Trend-Indikationen wie der GD200 bei aktuell 27,2 % Abstand noch viel zu weit weg. Die Stimmung ist unverändert nicht zuversichtlich. Charttechniker würden erwarten, dass die Notierungen zumindest auf die Marke von 1.000 Euro klettern können. Andernfalls wäre hier der charttechnische Trend unverändert viel zu schwach.

Rheinmetall: Eine Nachricht war falsch

Zusätzliche Unsicherheit hatte zuletzt auch das deutsch-französische Panzerprojekt ausgelöst. Die Bundesregierung wies jedoch die Behauptung zurück, das gemeinsame Vorhaben sei eingestellt worden. Damit wurde zumindest eine der kursierenden Sorgen relativiert, ohne dass dies bereits eine spürbare Erholung auslöste.

Entscheidend bleibt dabei die Stimmung gegenüber der Rüstungsindustrie. Die Märkte zweifeln derzeit daran, ob die Unternehmen ihre Kapazitäten schnell genug ausbauen und die erwarteten Wachstumsraten langfristig halten können. Konkrete Geschäftszahlen belegen einen grundlegenden Einbruch bislang nicht. Die Skepsis schlägt sich jedoch bereits deutlich in den Aktienkursen nieder.

Höhere Zinsen sorgen hier für Zweifel, zumal die Rheinmetall im 2. Quartal einen negativen Cash-Flow eingeräumt hatte. Analysten lassen sich auch von solchen Einschätzungen kaum beeindrucken. Die Chancen bleiben demnach weiterhin erstklassig.

Eine Rückkehr über 1.000 Euro wäre anschließend ein erstes ernst zu nehmendes Signal für eine technische Erholung.

Bis dahin bleibt Rheinmetall eine Aktie mit außergewöhnlich hohen Analystenerwartungen, aber einem ebenso ausgeprägten Abwärtstrend. Die Börse muss erst wieder Vertrauen fassen, bevor die rechnerischen Kurschancen von rund 68 % tatsächlich an Bedeutung gewinnen können. Wirtschaftlich sind alle Voraussetzungen gegeben, zumal die Rheinmetall am 5.11. Quartalszahlen berichten wird.