Rheinmetall bekommt neuen Rückenwind aus den USA. Nur wenige Tage vor der Veröffentlichung der vollständigen Halbjahreszahlen sichert sich die US-Tochter American Rheinmetall einen weiteren Armeeauftrag. Das Timing lenkt die Aufmerksamkeit der Anleger direkt auf zwei Termine gleichzeitig.

US Army setzt auf unbemannte Landfahrzeuge

Am 31. Juli meldete Rheinmetall den neuen Vertrag. American Rheinmetall wird als Hauptauftragnehmer autonome, hybrid-elektrische unbemannte Landfahrzeuge liefern. Der Auftrag läuft über 18 Monate.

Für Rheinmetall ist das kein Einzelfall. Der Konzern reiht sich damit in eine wachsende Serie von US-Aufträgen ein. Das internationale Geschäft wird neben dem europäischen Rüstungsmarkt zu einem immer wichtigeren Standbein.

Vorläufige Zahlen übertreffen Erwartungen deutlich

Die Meldung trifft auf einen Konzern, der ohnehin im Anlegerfokus steht. Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte Rheinmetall vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal. Sie fielen deutlich besser aus als erwartet.

Der Kerngewinn verdoppelte sich im Jahresvergleich fast und stieg auf 562 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um fast 70 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

Der Auftragsbestand überschritt zuletzt die Marke von 80 Milliarden Euro.

Aktie erholt sich, bleibt aber unter altem Hoch

An der Börse zeigt sich die Erholung bereits deutlich. Die Aktie legte binnen einer Woche um 10,74 Prozent zu und notiert nun rund 27 Prozent über ihrem Tief von Ende Juni. Vom bisherigen Rekordhoch aus dem Oktober 2025 trennen den Titel aber weiterhin knapp 43 Prozent.

Das zeigt: Der Rüstungswert hat einen Teil des Vertrauens zurückgewonnen, aber nicht alles. Anleger dürften die frischen Geschäftszahlen genau daraufhin prüfen, ob die Erholung fundamental gerechtfertigt ist.

Halbjahresbericht am 6. August im Blick

Der neue US-Auftrag dürfte die Aufmerksamkeit zusätzlich auf den kommenden Termin lenken. Rheinmetall stellt seine vollständigen Halbjahreszahlen am 6. August vor. Investoren erwarten dabei Details zum operativen Cashflow und zur Jahresprognose.

Zusätzliche Informationen zum finanziellen Volumen des neuen Armeeauftrags könnten die Aktie in der kommenden Woche ebenfalls bewegen. Bis dahin bleibt der 6. August der zentrale Termin für den Titel.