Armin Papperger gibt sich kämpferisch — die Aktie tut es nicht. Auf der Hannover Messe skizzierte der Rheinmetall-Chef eine Industrie im Hochlauf, mit sinkenden Stückkosten und voller Auftragsbücher. Der Kurs notiert indes auf Jahrestief.
Kapazität skaliert, Preise fallen
Papperger nutzte seinen Messeauftritt für eine klare Botschaft: Die deutsche Rüstungsindustrie kann liefern, wenn die Aufträge da sind. Als Beleg nannte er die Artilleriemunitionsproduktion, die seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine mehr als verzehnfacht wurde. Einige Projekte startete Rheinmetall schlicht per Handschlag — der Vertrag kam danach.
Bei den Preisen zeigt sich ein klassischer Skaleneffekt. Artilleriemunition ist heute dank großer Stückzahlen günstiger als noch vor fünf oder sechs Jahren. Mit weiter steigenden Bestellvolumina aus Deutschland und anderen europäischen Ländern erwartet Papperger weitere Kostensenkungen — ein Argument, das auch für Rüstungskunden wie die Bundeswehr relevant ist.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Rheinmetall?
Um Lieferengpässe abzufedern, hält der Konzern kritische Güter im Wert von rund acht Milliarden Euro auf Lager. Eine Belastung für Working Capital und Cashflow, die Papperger als strategisch notwendig bezeichnet.
Fundamentaldaten und Kurs im Widerspruch
Der Auftritt hatte auch eine unruhige Kulisse: Mehrfach unterbrachen Zwischenrufer die Veranstaltung mit Parolen gegen Krieg und Wehrpflicht. Sicherheitskräfte trugen mehrere Störer heraus. Die Expansion der Rüstungsproduktion bleibt gesellschaftlich umstritten — das machte die Messe deutlich.
An den Fundamentaldaten ändert das nichts. Für 2026 erwartet der Vorstand einen Konzernumsatz von 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro, ein Wachstum von 40 bis 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die operative Marge soll auf rund 19 Prozent steigen. Bemerkenswert: 91 Prozent des anvisierten Umsatzes sind bereits durch bestehende Aufträge gedeckt.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Rheinmetall?
Der Kurs spiegelt das nicht wider. Mit 1.366 Euro notiert die Aktie nahe ihrem 52-Wochen-Tief und rund 31 Prozent unter dem Hoch vom vergangenen Herbst. Seit Jahresanfang hat das Papier fast 15 Prozent verloren.
Zwei Termine im Mai
Nun rücken zwei Ereignisse in den Vordergrund. Am 7. Mai legt Rheinmetall den Q1-Bericht vor — Auftragseingang und Margenentwicklung dürften im Mittelpunkt stehen. Fünf Tage später, am 12. Mai, findet die ordentliche Hauptversammlung statt.
Der Vorstand schlägt dort eine Dividende von 11,50 Euro je Aktie vor — ein Plus von 42 Prozent gegenüber den 8,10 Euro für das Vorjahr und die vierte aufeinanderfolgende Erhöhung. Aktionäre, die die Ausschüttung vereinnahmen wollen, müssen die Aktie bis zum Abend des 12. Mai halten. Ob der Q1-Bericht dem Kurs einen Impuls gibt, hängt wesentlich davon ab, ob die Margenentwicklung die ambitionierten Jahresziele stützt.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 24. April liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

