Rigetti Aktie: 26 Millionen Betriebsverlust trotz Umsatzwachstum

Rigetti steigert den Umsatz im ersten Quartal deutlich, bleibt aber operativ tief in den roten Zahlen. Der Markt reagiert verunsichert auf die anhaltenden Verluste.

Rigetti Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz auf 4,4 Millionen Dollar gestiegen
  • Operativer Verlust von 26 Millionen Dollar
  • GAAP-Gewinn durch Bewertungseffekte verzerrt
  • Aktie verliert 7,56 Prozent an einem Tag

Rigetti Computing liefert im ersten Quartal mehr Umsatz, bleibt aber tief in den roten Zahlen. Der Markt reagiert darauf mit deutlicher Nervosität. Vor allem die Diskrepanz zwischen wachsendem Geschäft und anhaltenden Verlusten belastet die Aktie.

Mehr Umsatz, aber kein operativer Turnaround

Der Umsatz kletterte auf 4,4 Millionen US-Dollar, nach 1,47 Millionen im Vorjahresquartal. Das klingt nach Fortschritt, reicht aber noch nicht für eine operative Wende. Unter dem Strich meldete Rigetti einen operativen Verlust von 26 Millionen US-Dollar.

Noch auffälliger ist der GAAP-Nettogewinn von 33,11 Millionen US-Dollar. Dieser stammt jedoch vor allem aus nicht zahlungswirksamen Bewertungseffekten bei bestimmten Finanzinstrumenten und sagt wenig über die Ertragskraft des Kerngeschäfts aus. Genau hier liegt das Problem: Die Bilanz wirkt auf den ersten Blick stark, der operative Alltag bleibt teuer.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Rigetti?

Parallel dazu verweist das Management auf solide Liquidität. Ende des Quartals lagen 569 Millionen US-Dollar an Barmitteln in der Kasse, dazu kommt keine Finanzverschuldung. Das verschafft Spielraum, ersetzt aber keine tragfähige Einnahmenbasis.

Technischer Fortschritt trifft auf hohe Erwartungen

Operativ meldete das Unternehmen den Start des 108-Qubit-Systems Cepheus-1-108Q. Der Prozessor ist nun über Cloud-Plattformen wie Amazon Braket und Azure Quantum verfügbar. Das zeigt, dass Rigetti bei der Kommerzialisierung seiner Technologie weiterkommt.

Hinzu kommt ein Auftrag über 8,4 Millionen US-Dollar vom indischen C-DAC. Für ein Unternehmen mit noch kleinem Umsatzniveau ist das ein relevanter Schritt. Auch das geplante Großprojekt in Großbritannien bleibt auf der Agenda: Dort will Rigetti in den kommenden drei Jahren ein System mit mehr als 1.000 Qubits entwickeln.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Rigetti?

An der Börse reicht das bislang nicht für Entspannung. Die Aktie schloss am Freitag bei 15,40 Euro, verlor an dem Tag 7,56 Prozent und liegt seit Jahresbeginn 23,76 Prozent im Minus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt rund 68 Prozent, während die 30-Tage-Volatilität bei hohen 91,11 Prozent liegt.

Analysten sehen noch Spielraum, aber auch Risiko

Am Markt überwiegt weiter eine vorsichtig positive Haltung. Der Konsens lautet auf „Moderate Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 29,18 US-Dollar. Daraus ergibt sich zwar rechnerisch Aufwärtspotenzial, doch die Messlatte ist hoch.

Rigetti selbst strebt bis 2029 einen Jahresumsatz von 78,2 Millionen US-Dollar und einen Gewinn von 11,1 Millionen US-Dollar an. Zwischen dem aktuellen Niveau und diesem Ziel liegt noch ein weiter Weg. Am kommenden Dienstag dürfte deshalb vor allem die Frage im Mittelpunkt stehen, wie lange die Kasse reicht, bis aus den Forschungs- und Hardwarefortschritten ein belastbares Geschäft wird.

Rigetti-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rigetti-Analyse vom 17. Mai liefert die Antwort:

Die neusten Rigetti-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rigetti-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rigetti: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Rigetti

Über Felix Baarz 4465 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.