Die Aktie des Bergbauriesen Rio Tinto gerät unter Druck. Steigende Spannungen im Nahen Osten belasten den gesamten Rohstoffsektor – und überschatten solide Produktionsdaten aus Australien.
Der Kurs notiert am Donnerstag bei 90,44 Euro, rund 14 Prozent unter dem Jahreshoch von 105,22 Euro aus dem April. Der RSI von 46,4 signalisiert eine neutrale Verfassung nach der jüngsten Korrektur. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie aber noch immer rund 30 Prozent im Plus – der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt über 25 Prozent. Die langfristige Tendenz bleibt intakt.
Eskalation trifft Bergbau-Aktien
Am Mittwoch schloss der australische S&P/ASX 200 mit einem Minus von 1,43 Prozent. Der Materialsektor gehörte zu den größten Verlierern. Auslöser waren Berichte über verstärkte Militäraktivität im Nahen Osten, speziell US-iranische Konflikte nahe Bandar Abbas.
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Rio Tinto verlor an der ASX 2,38 Prozent. Auch die Konkurrenten BHP und Fortescue gaben nach. In London fiel der FTSE 100 um 0,95 Prozent – auch hier führten Minen- und Energietitel die Verlustliste an.
Die Sorge der Anleger: Eine Eskalation könnte globale Handelsrouten und Rohstoffpreise belasten.
Produktion legt zu – Verkäufe enttäuschen
Unter der Oberfläche liefert der Konzern gemischte Signale. Die Eisenerzproduktion in der Pilbara-Region erreichte im ersten Quartal 2026 den zweithöchsten Wert seit 2018 – ein Plus von 13 Prozent zum Vorjahr. Gleichzeitig verfehlten die Verkäufe mit 72,4 Millionen Tonnen die Markterwartung von 74,6 Millionen Tonnen.
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Operativ bleibt Rio Tinto aktiv. Das Unternehmen verlängerte ein langfristiges Schwefelsäure-Lieferabkommen zwischen der Kennecott-Mine und Itafos. Zudem wurde Trudi Charles zur neuen Chief Legal Officer ernannt.
Analysten bleiben vorsichtig
Die Finanzinstitute zeigen sich zurückhaltend. Der Konsens lautet auf „Halten“. Die Deutsche Bank hob zwar das Kursziel auf 6.900 GBp an, beließ es aber bei der Hold-Einstufung. Kostenseite mahnen Analysten zu Vorsicht: Diesel- und Kraftstoffpreise könnten im zweiten Halbjahr 2026 belasten.
Rio Tinto steht damit im Spannungsfeld zwischen soliden operativen Fortschritten und einem unsicheren geopolitischen Umfeld. Die Aussichten auf sinkende Zinsen und eine robuste Nachfrage aus China bleiben Stützpfeiler – vorausgesetzt, die Lage im Nahen Osten eskaliert nicht weiter.
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