Rio Tinto Aktie: Gallium-Wette läuft

Rio Tinto verkauft sein bedeutendes Bor-Geschäft und baut parallel eine neue Gallium-Produktion in Kanada auf. Die anstehenden Quartalszahlen werden den Erfolg der strategischen Neuausrichtung zeigen.

Rio Tinto Aktie
Kurz & knapp:
  • Über ein Dutzend Bieter für Bor-Vermögenswerte
  • Aufbau einer neuen Gallium-Produktion in Kanada
  • Auszahlung der finalen Dividende für 2025
  • Erste Quartalszahlen 2026 als nächster Prüfstein

Raus aus Bor, rein in Gallium. CEO Simon Trott formt Rio Tinto gerade mit erheblichem Tempo um — und die nächsten Wochen werden zeigen, wie weit die Transformation schon gediehen ist.

Mehr als ein Dutzend Bieter für das Bor-Geschäft

Über zwölf potenzielle Käufer haben Interesse an Rio Tintos Bor-Vermögenswerten in Kalifornien angemeldet. Der Verkaufspreis könnte rund zwei Milliarden US-Dollar erreichen. Zu den Interessenten zählen WE Soda, Magris Resources und U.S. Silica Holdings — verbindliche Angebote werden bis Juni erwartet.

Das Bor-Geschäft umfasst eine Mine in der Mojave-Wüste, eine Raffinerie am Hafen von Los Angeles sowie eine weitere Abbauoperation am Owens Lake. Zusammen decken diese Anlagen rund 30 Prozent der weltweiten Bor-Nachfrage. Dass die US-Regierung Bor 2025 in ihre Liste kritischer Mineralien aufnahm, dürfte den Bieterwettbewerb zusätzlich befeuern — und eine Prämie beim Verkaufspreis stützen.

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Trott hat angekündigt, durch Veräußerungen und Effizienzgewinne zwischen fünf und zehn Milliarden US-Dollar freizusetzen. Das Kapital soll den Fokus auf Eisenerz, Kupfer, Aluminium und Lithium schärfen.

Gallium als nächstes Standbein

Während Bor den Konzern verlässt, baut Rio Tinto in Kanada eine neue Position auf. Nach der erfolgreichen Erstgewinnung von Gallium gemeinsam mit dem Partner Indium Corporation im Mai 2025 soll 2027 eine Pilotanlage im kanadischen Saguenay in Betrieb gehen. Die Zielmarke: 40 Tonnen Gallium pro Jahr, was etwa fünf Prozent der globalen Produktion entspräche — die derzeit vollständig außerhalb Nordamerikas stattfindet.

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Die Regierungen Kanadas und Québecs unterstützen das Projekt mit insgesamt rund 26 Millionen kanadischen Dollar.

Dividende und Q1-Zahlen im Blick

Am 16. April erhalten Aktionäre die finale Dividende für 2025 ausgezahlt: 254 US-Cent je Aktie, umgerechnet nach den Wechselkursen vom 7. April in lokale Währungen für britische, australische und neuseeländische Anleger.

Vier Tage später, am 20. April, folgen die operativen Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Der Umsatz lag 2025 bei 57,6 Milliarden US-Dollar — ein Plus von gut sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn sank jedoch um knapp 14 Prozent auf 9,97 Milliarden Dollar, belastet durch schwächere Eisenerzpreise. Da China rund 60 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, bleibt diese Abhängigkeit eine strukturelle Größe — unabhängig davon, wie zügig der Portfolioumbau voranschreitet. Die Q1-Zahlen werden zeigen, ob Trotts Plan operativ hält, was er strategisch verspricht.

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Über Dieter Jaworski 3018 Artikel

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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