Roche sichert sich einen weiteren Baustein für die Onkologie-Pipeline. Der Konzern erhält von Zymeworks die weltweiten Exklusivrechte an ZW209, einem Wirkstoffkandidaten gegen Lungenkrebs. Die Vereinbarung wurde heute bekannt gegeben.
Was Roche bekommt
ZW209 ist ein trispezifischer T-Zell-Engager. Er richtet sich gegen Tumorzellen, die das Eiweiß DLL3 tragen, und bindet zugleich an CD3 und CD28 auf T-Zellen. Das zusätzliche CD28-Signal soll die Immunantwort verstärken und länger anhalten lassen. In präklinischen Tests zeigte der Kandidat nach Unternehmensangaben eine dauerhaftere Zytotoxizität im Labor.
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Zulassung für klinische Tests bereits erteilt, eine Phase-1-Studie läuft. Sie untersucht Sicherheit, Verträglichkeit und erste Antitumor-Aktivität bei Erwachsenen mit fortgeschrittenen soliden Tumoren, darunter kleinzelliger Lungenkrebs und weitere neuroendokrine Tumoren.
Roche finanziert die Phase-1a-Studie, die Zymeworks gemeinsam mit dem Basler Konzern durchführt. Danach übernimmt Roche Entwicklung und Vermarktung weltweit. Boris Zaïtra, Leiter Corporate Business Development bei Roche, sieht in ZW209 eine Ergänzung der Bemühungen im Bereich Lungenkrebs.
Die finanziellen Eckdaten
Zymeworks erhält 55 Millionen Dollar im Voraus. Weitere 40 Millionen Dollar werden fällig, sobald die Phase-1b-Studie startet.
Dazu kommen potenzielle Meilensteinzahlungen von bis zu 718 Millionen Dollar für Entwicklung, Zulassung und Umsatz. Auf künftige Nettoumsätze zahlt Roche gestaffelte Lizenzgebühren im hohen einstelligen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich. Die zugrunde liegenden Patente laufen bis in die 2040er-Jahre.
Für Roche ist das eine überschaubare Summe, das Risiko liegt vor allem im frühen Entwicklungsstadium. Die Aktie gab heute leicht um 0,25 Prozent nach, die Nachricht bewegte den Kurs kaum. Zymeworks legte um gut ein Prozent zu.
Was als Nächstes ansteht
Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe nach dem US-Gesetz Hart-Scott-Rodino sowie weiterer üblicher Abschlussbedingungen. Zymeworks plant zudem weitere Zulassungsanträge, damit Studienzentren auch außerhalb der USA öffnen können. Am 27. Oktober lädt das Unternehmen um 8:30 Uhr Eastern Time zur Telefonkonferenz mit Analysten ein.
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