Gute Nachrichten aus der Diagnostiksparte, trotzdem im Minus: Roche hat in den USA grünes Licht für einen erweiterten Atemwegstest erhalten, die Aktie gab im Handel am Montag dennoch nach. Der Grund liegt nicht im Produktgeschäft.
Test erkennt bis zu 19 Erreger
Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat den „Cobas Eplex Respiratory Pathogen Panel 3“ (RP3) freigegeben, und zwar über das 510(k)-Verfahren. Der Test erkennt anhand einer einzigen Probe bis zu 19 Viren und Bakterien.
Neu im Panel ist unter anderem der Erreger des Keuchhustens (Bordetella pertussis). Zudem hat Roche die Erfassung verschiedener Influenza-A- und SARS-CoV-2-Stämme verbessert. Auch die Arbeitsabläufe im Labor sollen schneller und einfacher geworden sein.
In Ländern, die die CE-Kennzeichnung akzeptieren, ist der Test bereits seit dem Frühjahr auf dem Markt. Mit der US-Zulassung erschließt der Konzern nun den größten Einzelmarkt für sein Cobas-Eplex-System.
Analystenabstufungen belasten
Die Aktie reagierte darauf nicht positiv. Im Handel an der SIX lag sie zeitweise 1,61 Prozent tiefer bei 396,9 Franken. Auslöser waren Abstufungen aus Analystenkreisen, nicht etwa schlechte Produkt- oder Studiennews.
Betroffen war auch Novartis. Beide Pharmaschwergewichte bremsten damit den Schweizer Leitindex, der den Handelstag am Ende kaum verändert beendete. Die Mehrheit der Einzeltitel schloss im Plus, gestützt von deutlich sinkenden Ölpreisen.
Für Roche zeigt der Tag, wie stark Analystenurteile kurzfristig wirken können. Eine Zulassung dieser Größenordnung reicht offenbar nicht aus, um den Effekt auszugleichen. Der Atemwegstest ist ein Baustein im Diagnostikportfolio, kein Treiber für die Konzernzahlen insgesamt.
Konkrete Kursziele oder Begründungen der Abstufungen lagen am Montagabend nicht vor. Der Schlusskurs der Roche-Aktie blieb ebenfalls offen. Entscheidend ist nun, ob der Titel am Dienstag die Marke von rund 397 Franken zurückerobert.
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