Rock Tech Lithium hat eine Zusage über 262.500 kanadische Dollar aus dem Critical Minerals Innovation Fund (CMIF) der Provinz Ontario erhalten. Diese Mittel fließen in die Weiterentwicklung regionaler Projekte und unterstreichen die strategische Bedeutung der kanadischen Aktivitäten für den angehenden Lithiumproduzenten. Die staatliche Unterstützung folgt auf eine Reihe operativer Fortschritte, mit denen das Unternehmen seine Lieferkette für die Elektromobilität festigen will.

Bereits am 22. Juni übernahm Rock Tech das Victory-Projekt, um die Ressourcenbasis in Nordamerika zu verbreitern. Begleitet wird die Expansion durch eine verbesserte Sichtbarkeit an den Kapitalmärkten; seit dem 12. Juni werden die Aktien des Unternehmens auch auf Xetra gehandelt. Diese Schritte sind Teil einer Strategie, die sowohl den Abbau von Rohstoffen in Kanada als auch die industrielle Weiterverarbeitung in Europa verzahnt.

Fokus auf den Guben-Konverter in Deutschland

Ein zentraler Pfeiler der Unternehmensstrategie bleibt der geplante Lithium-Konverter im brandenburgischen Guben. Für dieses Projekt konnte das Unternehmen die kalkulierten Investitionskosten im vergangenen Oktober auf 680 Millionen Euro senken. Gleichzeitig wird eine Reduktion der Betriebskosten um 23 Prozent auf 3.878 Euro pro Tonne angestrebt. Um diese Ziele zu erreichen, setzt Rock Tech auf industrielle Partnerschaften. Im März wurde eine Kooperation mit Siemens geschlossen, gefolgt von einer Vereinbarung mit der BMI Group im April, die die logistische Erschließung des Standorts in Guben betrifft.

Zur Finanzierung der Vorhaben hatte Rock Tech bereits im Februar eine Privatplatzierung in Höhe von 4,7 Millionen Dollar abgeschlossen. Die kontinuierliche staatliche Förderung und die industrielle Vernetzung gelten als wichtige Signale für den Kapazitätsaufbau, während das Unternehmen die Vorbereitungen für die Produktion von batteriefähigem Lithiumhydroxid intensiviert.

Herausforderndes Marktumfeld für Lithium

Die operativen Fortschritte fallen in eine Phase erhöhter Volatilität am Rohstoffmarkt. Laut Berichten von Marktexperten, unter anderem von Skillings, notieren die Preise für Lithiumcarbonat derzeit nahe einem Fünfmonatstief bei rund 18.000 US-Dollar pro Tonne. Analysten betrachten dieses Niveau als psychologisch wichtige Unterstützungslinie. Der Druck auf die Preise resultiert unter anderem aus der Wiederaufnahme der Produktion in der Jianxiawo-Mine durch den chinesischen Konzern CATL, was im zweiten Halbjahr 2026 rund 45.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent zusätzlich auf den Weltmarkt bringen dürfte.

Diese Marktdynamik spiegelt sich auch in der Bewertung wider. Gestern verlor das Papier 4,33 Prozent und schloss bei 0,4200 Euro. Damit notiert der Wert nur noch 2,19 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 0,4110 Euro. Trotz der kurzfristigen Preisschwankungen rechnen Marktbeobachter mittelfristig mit einer Straffung des Angebots, die die Notierungen in den kommenden zwölf Monaten wieder stützen könnte.