Rocket Lab kauft Iridium Communications. Mit dieser Akquisition im Wert von rund acht Milliarden Dollar verwandelt sich das Raumfahrtunternehmen von einem Raketenstarter in einen vollintegrierten Weltraumkonzern — mit eigener Satellitenkonstellation, Frequenzspektrum und Endkundendiensten.
Der Deal im Detail
Rocket Lab zahlt 54 Dollar je Iridium-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 24,1 Prozent gegenüber dem unbereinigten Kurs. Iridium-Aktionäre erhalten je zur Hälfte Bargeld und Rocket-Lab-Aktien. Um Kursschwankungen abzufedern, gilt ein Tauschverhältnis-Korridor zwischen 67,50 und 112,50 Dollar.
Beide Aufsichtsräte haben dem Deal einstimmig zugestimmt. Der Abschluss ist für Mitte 2027 geplant, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen. Mit der Übernahme übernimmt Rocket Lab 66 aktive LEO-Satelliten sowie das L-Band-Frequenzspektrum von Iridium — beides schwer replizierbare Vermögenswerte.
CEO Peter Beck nennt die Transaktion einen „entscheidenden Moment für die Raumfahrtbranche“ und eine Abkürzung in den Markt für Weltraumanwendungen.
Finanzierung und Zahlenwerk
Den Barkaufpreis und rund 2,1 Milliarden Dollar bestehender Iridium-Schulden finanziert Rocket Lab über eine Brückenfinanzierung von 3,6 Milliarden Dollar. Deutsche Bank und Wells Fargo stellen die Fazilität mit einer Laufzeit von 364 Tagen bereit.
Iridium brachte 2025 einen Umsatz von 871,7 Millionen Dollar ein. Das operative EBITDA lag bei 495 Millionen Dollar — eine Marge von 57 Prozent. Analysten der Bank of America erwarten, dass die Übernahme den Rocket-Lab-Umsatz in etwa verdoppelt und das kombinierte Unternehmen EBITDA-positiv macht. Rocket Labs eigener Auftragsbestand überstieg vor der Ankündigung bereits 2,2 Milliarden Dollar.
Analystenstimmen und Kurseinordnung
Wall Street zeigt sich konstruktiv. Needham-Analyst Ryan Koontz bestätigt sein Kursziel von 120 Dollar und verweist auf unmittelbaren Free-Cashflow-Effekt und Margenverbesserungen. Craig-Hallum-Analyst Jeff Van Rhee hebt sein Ziel von 98 auf 120 Dollar an. Roth MKM traut der Aktie sogar 130 Dollar zu.
Technisch handelt die Aktie rund 36 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 65,65 Euro. In den vergangenen 30 Tagen verlor der Kurs allerdings gut 15 Prozent. Der RSI liegt mit 49 im neutralen Bereich. Die annualisierte Volatilität beträgt derzeit 108 Prozent — ein Hinweis darauf, wie stark die Aktie auf Nachrichten reagiert.
Parallel treibt Rocket Lab die Entwicklung seiner Neutron-Mittelklassrakete voran. Der erste Flug ist frühestens im vierten Quartal 2026 geplant. Gelingt der Start im Zeitplan, hätte das Unternehmen bis zum Abschluss der Iridium-Übernahme bereits den nächsten Wachstumstreiber in der Luft.
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