Rocket Lab baut sein Geschäft um. Der einstige Raketen-Kleinserienhersteller etabliert sich zunehmend als Komplettanbieter für Raumfahrtmissionen.
Das Unternehmen sicherte sich einen 90-Millionen-Dollar-Vertrag der US Space Force. Rocket Lab entwirft, baut und betreibt zwei Heimdall-Satelliten zur Weltraumüberwachung im geostationären Orbit. Es ist der erste Auftrag dieser Art — und Rocket Labs Debüt als Hauptauftragnehmer für eine GEO-Mission.
Space Systems wächst rasant
Der Bereich Weltraumsysteme ist längst das Zugpferd. Im ersten Quartal 2026 steuerte er 68 Prozent zum Umsatz bei — ein Plus von 57 Prozent zum Vorjahr. Die Übernahme von Motiv Space Systems im Mai bringt zudem Mars-erprobte Robotik ins Haus. Rocket Lab erweitert damit seine Kompetenzen in Sensorik, Satellitenmechanik und anspruchsvollen Missionsarchitekturen.
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Der Auftragsbestand erreichte einen neuen Rekord: 2,2 Milliarden Dollar, 108 Prozent mehr als vor einem Jahr. Dahinter stehen unter anderem 31 Electron- und HASTE-Startverträge sowie fünf dedizierte Buchungen für die künftige Neutron-Rakete.
Um die Entwicklungskosten zu stemmen, stärkte Rocket Lab seine Finanzbasis mit einer Eigenkapitalvereinbarung über drei Milliarden Dollar, gestützt von 16 Instituten.
Neutron bleibt die Trumpfkarte
Die Entwicklung der mittelschweren Trägerrakete schreitet voran. Das Debüt ist weiterhin für das vierte Quartal 2026 geplant. Erste Testmontagen des Archimedes-Triebwerks an der Erststufe laufen, am Standort Wallops haben die Bauarbeiten begonnen.
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Fünf Startverträge liegen bereits vor dem Erstflug vor. Das spricht für das Vertrauen der Kunden — und erhöht den Druck auf eine termingerechte Auslieferung.
Marktperformance und Ausblick
Die Aktie notierte zuletzt bei 122,06 Dollar. Auf Jahressicht steht ein Plus von 361 Prozent, seit Jahresbeginn rund 61 Prozent. Doch die vergangene Woche brachte einen Rücksetzer von knapp 15 Prozent. Der Kurs liegt rund 19 Prozent unter dem Rekordhoch von 151 Dollar aus Ende Mai. Der RSI von 53 deutet auf eine neutrale Verfassung hin, die annualisierte Volatilität bleibt mit 136 Prozent extrem.
Rocket Lab ist vom Nischenplayer zum ernsthaften Herausforderer aufgestiegen. Der nächste Meilenstein: der erste Neutron-Start im vierten Quartal. Gelingt er, wäre der Weg zum vollintegrierten Raumfahrtkonzern endgültig geebnet.
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