Aufnahme in den Nasdaq-100 — und trotzdem ein Kursminus von über zehn Prozent. Rocket Lab erlebte am Freitag einen ungewöhnlichen Tag.
Die Indexaufnahme ist offiziell: Ab Montag, dem 22. Juni 2026, gehört Rocket Lab zu den 100 größten nicht-finanziellen Unternehmen an der Nasdaq. Das zieht automatisch Käufe von Indexfonds nach sich. Dennoch schloss die Aktie am Freitag bei 88,70 Euro — ein Tagesrückgang von 10,58 Prozent. Marktbeobachter erklären das mit Gewinnmitnahmen nach einer vorbörslichen Rally sowie mit Kapitalabflüssen in Richtung des SpaceX-Börsengangs.
Starkes Fundament, volatile Aktie
Die Geschäftszahlen sprechen für sich. Im ersten Quartal 2026 erzielte Rocket Lab einen Rekordumsatz von 200,3 Millionen Euro — ein Plus von 63,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand überstieg 2,2 Milliarden Euro. Das Segment Space Systems, das Satellitenplattformen und Komponenten umfasst, trägt inzwischen den größten Teil zum Umsatz bei.
Die Aktie spiegelt dieses Wachstum wider — auf ihre eigene Art. In den vergangenen zwölf Monaten legte sie knapp 289 Prozent zu. Vom Allzeithoch bei 133,80 Euro Ende Mai ist sie aktuell aber rund 34 Prozent entfernt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 138 Prozent. Ruhig war es hier nie.
Neutron als nächster Wachstumstreiber
Kurzfristig steht am 17. Juni ein Electron-Start an. Die Mission „Ten Owl of Ten“ bringt einen Radarsatelliten für das japanische Erdbeobachtungsunternehmen Synspective in die Umlaufbahn.
Mittelfristig ist die Neutron-Rakete das entscheidende Projekt. Den ersten Flug des Mittelträgers plant Rocket Lab für das vierte Quartal 2026. Fünf Verträge für dedizierte Neutron-Missionen hat das Unternehmen bereits unterzeichnet. Die Preise liegen deutlich über denen für Electron-Starts. Gelingt der Einstieg in den Mittelträgermarkt, öffnet das den Weg zu größeren Nutzlasten und Regierungsaufträgen — und könnte die Bewertungslogik des gesamten Geschäftsmodells verschieben.
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