Rocket Lab hat einen neuen globalen Standard für Raumfahrtmissionen gesetzt. Der Konzern schickte einen Satelliten in Rekordzeit ins All. An der Börse löste das historische Ereignis allerdings keine Euphorie aus. Die Aktie rutschte tief ins Minus.

Neuer Standard für die Space Force

Die Mission VICTUS HAZE startete knapp 17 Stunden nach dem Abruf durch die U.S. Space Force. Damit unterbot Rocket Lab den bisherigen Rekord um mehr als zehn Stunden. Das Unternehmen lieferte dabei erstmals das komplette Paket aus einer Hand.

Der konzerneigene Pioneer-Satellit hob an Bord einer Electron-Rakete in Neuseeland ab. Die Systeme waren nach rund 37 Stunden vollständig einsatzbereit. Die Vorgabe des Militärs lag bei 72 Stunden. Nun simuliert der Satellit im Orbit die Abwehr feindlicher Flugkörper.

Kursrutsch trotz Rekordquartal

Anleger honorierten den operativen Meilenstein nicht. Die Aktie verlor am Montag rund sechs Prozent an Wert und fiel auf 88,20 Euro. Damit summiert sich der Verlust der vergangenen 30 Tage auf gut 27 Prozent.

Die allgemeine Schwäche im Raumfahrtsektor belastet die Stimmung. So brach der Konkurrent SpaceX am selben Tag deutlich ein. Ein weiterer Belastungsfaktor sind Insiderverkäufe.

Führungskräfte trennten sich in den vergangenen 90 Tagen von Aktien für netto 38,5 Millionen US-Dollar. Erst Mitte Juni übertrug Chefjurist Arjun Kampani ein Millionenpaket in einen Tauschfonds.

Fundamentaldaten bleiben stark

Ein starker Kontrast. Operativ läuft es für den Konzern nämlich besser als an der Börse. Im ersten Quartal 2026 kletterte der Umsatz um 63 Prozent auf über 200 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge erreichte ebenfalls einen Rekordwert.

Die Auftragsbücher sind mit 2,2 Milliarden US-Dollar prall gefüllt. Für das zweite Quartal rechnet das Management mit bis zu 240 Millionen US-Dollar Umsatz. Die erfolgreiche Militärmission festigt nun die Position von Rocket Lab als zentraler Rüstungspartner.