Zwei Ereignisse an einem Tag — das ist selten. Für Rocket Lab trifft es am Freitag zu: Die Aufnahme in den Nasdaq-100 und der SpaceX-Börsengang befeuern die Aktie gemeinsam. Der Kurs klettert auf 105,60 Euro, ein Tagesplus von 6,24 Prozent.
Nasdaq-100: Historische Premiere
Nasdaq bestätigte am 11. Juni die Aufnahme von Rocket Lab in den Nasdaq-100. Wirksam wird sie vor Handelsbeginn am 22. Juni 2026. Das Unternehmen ist damit das erste neuseeländisch gegründete Mitglied des Index.
Der praktische Effekt ist erheblich. Mehr als 200 ETFs und Investmentprodukte bilden den Nasdaq-100 ab — mit einem verwalteten Vermögen von über 800 Milliarden Dollar. All diese Produkte müssen die Aktie nun kaufen. Das erzeugt automatisch Nachfrage, unabhängig von Kursziel oder Analystenmeinung.
SpaceX-IPO als Brandbeschleuniger
Zeitgleich debütiert SpaceX an der Börse — zu 135 Dollar je Aktie und einer Bewertung von rund 1,77 Billionen Dollar. Das weckt Interesse an der gesamten Branche. Rocket Lab profitiert als bekannteste börsennotierte Alternative im Bereich Orbitalstarts und Satellitendienste.
Die Wochenbilanz spricht für sich: plus 10,58 Prozent in sieben Tagen. Allerdings liegt der Kurs noch rund 21 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro, das Ende Mai markiert wurde.
Operative Basis stimmt
Rocket Lab liefert auch fundamental. Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 200,3 Millionen Dollar — ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttomarge erreichte 38,2 Prozent. Der Auftragsbestand wuchs auf 2,2 Milliarden Dollar, verteilt auf mehr als 70 geplante Missionen.
Strategisch schreitet das Unternehmen voran. Die Akquisition von Mynaric stärkt die Position im Bereich laserbasierter Satellitenkommunikation. Der Erstflug der mittelgroßen Neutron-Rakete ist weiterhin für Ende 2026 geplant.
Analysten gespalten
KGI Securities startete die Beobachtung am 11. Juni mit einem Kursziel von 105 Dollar und der Einstufung „Neutral“ — exakt auf dem aktuellen Niveau. Stifel Nicolaus hält an einem Ziel von bis zu 132 Dollar fest.
Für das zweite Quartal erwartet Rocket Lab einen Umsatz zwischen 225 und 240 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA soll noch negativ bleiben, zwischen minus 20 und minus 26 Millionen Dollar. Mit steigender Startkadenz und wachsenden Margen rückt der Weg zur operativen Profitabilität jedoch näher — der Auftragsbestand von 2,2 Milliarden Dollar liefert dafür die Grundlage.
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