Der oberste General der US Space Force besucht die Werkshallen von Rocket Lab. Das Treffen mit Chance Saltzman markiert einen Wendepunkt für das Raumfahrtunternehmen. Der Konzern rückt ins Zentrum amerikanischer Verteidigungsstrategien. Die Aktie reagiert mit starken Kursgewinnen.
Ein teurer Schutzschild
Hinter dem Besuch steht das Raketenabwehrprogramm Golden Dome. Das System soll die USA durch KI-gestützte Überwachung und Satelliten schützen. Die Kosten explodieren. Das Congressional Budget Office rechnet nun mit 1,2 Billionen US-Dollar. Das ist ein massiver Anstieg gegenüber den ursprünglich geschätzten 185 Milliarden US-Dollar.
Rund 70 Prozent dieser Summe fließen in ein weltraumbasiertes Abfangnetz. Es umfasst ein geplantes Netzwerk aus 7.800 Satelliten. Rocket Lab mischt hier bereits kräftig mit. CEO Peter Beck bestätigte die Beteiligung an mehreren Initiativen.
Dazu zählt die Entwicklung von weltraumbasierten Abfangjägern. Hier arbeitet das Unternehmen direkt mit dem Rüstungsgiganten Raytheon zusammen. Langfristig erwartet das Management zudem eine steigende Nachfrage nach Hyperschall-Testflügen.
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Rekorde in der Fabrik
Parallel dazu feiert der Konzern einen Meilenstein in der Fertigung. Das tausendste Rutherford-Triebwerk verließ kürzlich die Produktionslinie. Es ist das erste 3D-gedruckte und batteriebetriebene Orbitaltriebwerk der Welt.
Die hohe Taktung zeigt sich auch in den Auftragsbüchern. Im ersten Quartal unterschrieb Rocket Lab Dutzende neue Verträge für Electron-Missionen. Hinzu kommen fünf Starts für die neue Neutron-Rakete. Damit verkaufte das Unternehmen in drei Monaten mehr Starts als im gesamten Vorjahr.
Das Segment Space Systems überholte das klassische Startgeschäft. Es generierte im abgelaufenen Quartal einen Umsatz von 136,7 Millionen US-Dollar. Diese Verschiebung verändert die langfristige Wirtschaftlichkeit des Unternehmens.
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Aktie überholt Analysten
Der Aktienkurs spiegelt diese Dynamik wider. Am Donnerstag schloss das Papier auf seinem Jahreshoch von 132,55 US-Dollar. Auf Sicht von zwölf Monaten verzeichnet der Titel ein Plus von 425 Prozent.
Damit lässt der Kurs selbst optimistische Prognosen hinter sich. Die Investmentbank TD Cowen hob ihr Kursziel nach den Quartalszahlen auf 120 US-Dollar an. Die Aktie notiert bereits deutlich darüber. Analysten sehen die anhaltend hohe Nachfrage als Treiber für diese Bewegung.
Für das zweite Quartal rechnet Rocket Lab mit Erlösen von bis zu 240 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge soll bei knapp 40 Prozent liegen.
Ende 2026 folgt der Erstflug der mittelschweren Neutron-Rakete. Mehrere Verträge liegen dafür bereits vor. Ein Barbestand von rund 1,48 Milliarden US-Dollar sichert die Entwicklung ab.
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