Der Raumfahrtspezialist Rocket Lab USA hat einen umfangreichen Kontrakt mit der U.S. Air Force über insgesamt 266 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die Vereinbarung umfasst zwölf suborbitale Raketenstarts und sieht Optionen für sechs weitere Missionen bis zum Jahr 2028 vor. Diese Nachricht erreicht den Markt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie nach einer Korrekturphase eine Stabilisierung sucht. Das Papier beendete den Handel am Freitag bei 63,91 USD.

Expansion im Verteidigungssektor

Der neue Großauftrag des Space Systems Command festigt die Position des Unternehmens als strategischer Partner für nationale Sicherheitsinteressen. Ein Teilbetrag von 112 Millionen US-Dollar wurde bereits aus den Mitteln des Geschäftsjahres 2025 bereitgestellt. Die Starts sollen vom Pacific Spaceport Complex in Alaska aus durchgeführt werden. Erst kürzlich demonstrierte Rocket Lab seine schnelle Einsatzbereitschaft bei der Mission „Victus Haze“ für die U.S. Space Force, bei der ein Satellit nur 16 Stunden und 42 Minuten nach der Benachrichtigung am 19. Juni erfolgreich ins All befördert wurde.

Parallel dazu baut das Unternehmen seine Aktivitäten im Bereich der Hyperschall-Technologie aus. Ein weiterer Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium im Wert von 190 Millionen US-Dollar sieht 20 Testflüge mit dem HASTE-Vehikel im Rahmen des MACH-TB 2.0-Programms vor. Dieser Auftrag gilt als einer der größten in der Unternehmensgeschichte. Berichten zufolge wächst der Auftragsbestand kontinuierlich; allein im ersten Quartal 2026 wurden fast so viele Starts verkauft wie im gesamten Jahr 2025.

Iridium-Übernahme und finanzielle Aussichten

Trotz der operativen Erfolge notiert die Aktie derzeit mit einem Abstand zum 52-Wochen-Hoch von -57,68 Prozent deutlich unter ihrem Jahreshöchststand. Marktbeobachter führen den jüngsten Rückgang unter anderem auf einen allgemeinen Abverkauf im Raumfahrtsektor zurück. Zudem wird die geplante Übernahme des Satellitenbetreibers Iridium für rund 8 Milliarden US-Dollar genau beobachtet. Da der Kurs am Freitag um 8,69 Prozent sank, rutschte das Papier unter die Marke von 67,50 USD, die für das Umtauschverhältnis der Transaktion als preisliche Untergrenze definiert wurde.

Finanziell befindet sich Rocket Lab in einer Transformationsphase. Während für das laufende Jahr noch ein negativer freier Cashflow von etwa 174 Millionen US-Dollar erwartet wird, prognostizieren Analysten für 2027 das Erreichen der Profitabilität auf Cashflow-Basis. Zum Vergleich: Das Akquisitionsziel Iridium erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von 871,7 Millionen US-Dollar bei einer EBITDA-Marge von 57 Prozent. Rocket Lab erzielte im selben Zeitraum einen Erlös von 601,8 Millionen US-Dollar.

Analysten bewerten Zukunftschancen

Die Einschätzungen der Expertenhäuser gehen derzeit auseinander. Die Analysten von Simply Wall St beziffern den fairen Wert des Unternehmens auf Basis eines Discounted-Cashflow-Modells auf etwa 83,68 USD, was ein Aufwärtspotenzial von über 23 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau implizieren würde. Sie weisen jedoch auf die hohe Bewertung im Vergleich zum Branchendurchschnitt hin.

Andere Marktbeobachter sehen ein mittelfristiges Kursziel von rund 62 USD, während der Konsens der Analysten ein deutlich höheres Ziel von etwa 114 USD für realistisch hält. Die Dynamik im Sektor bleibt hoch, zumal Rocket Lab die Entwicklung seiner Neutron-Rakete für das vierte Quartal 2026 vorantreibt, was den Zugang zu deutlich schwereren Nutzlastklassen ermöglichen soll. Zugleich wurde bekannt, dass Themes Management seine Position in Rocket Lab im ersten Quartal 2026 fast verdoppelt hat.