Rolls-Royce Aktie: Erste Euro-Anleihe seit 2020

Der Triebwerksbauer begibt erstmals seit 2020 wieder eine Euro-Anleihe und signalisiert damit seine finanzielle Erholung.

Rolls-Royce Aktie
Kurz & knapp:
  • Erste Euro-Anleihe seit 2020
  • Eine Milliarde Euro in zwei Tranchen
  • Kreditrating A- von Fitch bestätigt
  • Aktienrückkaufprogramm von bis zu 9 Milliarden Pfund

Sechs Jahre Pause, dann ein klares Signal: Rolls-Royce hat diese Woche erstmals seit 2020 wieder eine Euro-Anleihe begeben — und der Markt hat aufmerksam zugehört. Das Geschäft markiert einen Wendepunkt in der finanziellen Neuaufstellung des britischen Triebwerks- und Rüstungskonzerns.

Milliarden-Deal in zwei Tranchen

Am 13. Mai platzierte Rolls-Royce eine Anleihe über eine Milliarde Euro in zwei Tranchen — eine mit fünfjähriger, eine mit zehnjähriger Laufzeit. Fitch Ratings bewertet die Papiere mit A-, gestützt auf eine EBITDA-Marge von knapp 20 Prozent und eine Free-Cash-Flow-Marge von rund 11 Prozent. Bookrunner waren unter anderem Goldman Sachs, BNP Paribas und Lloyds Banking Group.

Die Erlöse fließen in allgemeine Unternehmenszwecke — keine Übernahme, kein konkretes Projekt. Es geht um finanzielle Flexibilität. Mit gestaffelten Laufzeiten vermeidet Rolls-Royce außerdem, Rückzahlungen in einem einzigen Jahr zu bündeln.

Kreditrating als Beleg der Transformation

Das A-Rating ist keine Selbstverständlichkeit. Noch vor wenigen Jahren kämpfte der Konzern mit einer schwer angeschlagenen Bilanz. Inzwischen hat Rolls-Royce eine Anleihe über 750 Millionen Euro aus dem freien Cashflow zurückgezahlt — ohne neue Schulden aufzunehmen. Moody’s bewertet den Konzern mit A3, Fitch mit A-.

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Aktie unter Druck — aber nicht allein

An der Börse spiegelt sich diese Stärke derzeit kaum wider. Die Aktie notiert bei 13,78 Euro und liegt damit rund 13 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 15,92 Euro aus dem Februar. Auf Sicht von 30 Tagen hat das Papier gut neun Prozent verloren.

Der Rücksetzer trifft allerdings die gesamte Branche. GE Aerospace verlor vom Jahreshoch rund 15 Prozent, Safran sogar mehr als 20 Prozent. Hintergrund ist die Eskalation im US-Iran-Konflikt, der den zivilen Luftverkehr belastet und einzelne Airlines zur Streichung von Flügen zwingt.

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Operative Stärke hält sich

Das operative Geschäft zeigt sich robuster als der Kurs vermuten lässt. Die Flugstunden großer Triebwerke lagen im ersten Quartal bei 115 Prozent des Niveaus von 2019 — exakt am unteren Ende des Jahresziels von 115 bis 120 Prozent. Das Management hält an seiner Gewinnprognose fest: zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Pfund operativer Gewinn für 2026, freier Cashflow zwischen 3,6 und 3,8 Milliarden Pfund.

Das Rüstungsgeschäft profitiert von mehr als 20 Prozent Wachstum bei Neuausrüstungen. Power Systems wächst kräftig, getrieben von der Nachfrage nach Stromversorgung für Rechenzentren.

Bewertung und Kapitalrückgaben

Mit einem Forward-KGV von rund 18 ist Rolls-Royce deutlich günstiger bewertet als GE Aerospace mit knapp 35. Analysten erwarten für das laufende Jahr einen Umsatz von 22,7 Milliarden Pfund und einen Vorsteuergewinn von rund 4,1 Milliarden Pfund.

Hinzu kommt ein laufendes Aktienrückkaufprogramm: Für den Zeitraum 2026 bis 2028 sind Rückkäufe im Volumen von 7 bis 9 Milliarden Pfund geplant, eine Tranche über 2,5 Milliarden Pfund befindet sich bereits in der Umsetzung. Der nächste operative Zwischenbericht wird zeigen, ob die Flugstunden-Dynamik im zweiten Quartal Kurs hält — und ob das günstige Bewertungsniveau Käufer anzieht.

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Dr. Robert Sasse: Ökonom, Unternehmer, Finanzexperte

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom, erfahrener Unternehmer und anerkannter Experte für Finanzmärkte. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Analyse von Aktienmärkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen verbindet er wissenschaftliche Fundierung mit unternehmerischer Praxis. Er unterstützt Anleger, die langfristigen Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit durch fundierte Strategien anstreben.

Werdegang und Erfahrung

Dr. Sasses Laufbahn ist geprägt von akademischer Exzellenz und praktischer Marktkenntnis. Er promovierte in Wirtschaftswissenschaften und hält einen Master of Science in Marketing und Sales sowie einen Abschluss als Betriebswirt. Bereits während und nach dem Studium sammelte er in renommierten Analystenhäusern und Unternehmen tiefgreifende Erfahrungen in der Bewertung von Aktien und Fonds.

Als Gründer und Geschäftsführer der YES Investmedia GmbH ist er unternehmerisch im Bereich der Finanzpublikationen tätig. Seine Expertise umfasst die Analyse komplexer wirtschaftlicher Themen wie demographischer Wandel oder globaler Markttrends sowie deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Durch seine langjährige Tätigkeit hat er sich als Autor zahlreicher Analysen und Kommentare zu wirtschaftlichen und börsenrelevanten Themen etabliert.

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