RTL hat einen neuen Streaming-Meilenstein erreicht. In der zweiten Juni-Woche sicherte sich die Sendergruppe zehn der 20 meistgesehenen privaten Video-on-Demand-Angebote in Deutschland. Das ist ein klares Signal: Der Konzern setzt seine Content-Strategie konsequent um.

Die Reality-Show „Der Bachelor“ erzielte dabei einen neuen Allzeit-Rekord bei den Abrufzahlen. An der Spitze der VOD-Rangliste standen „ntv Nachrichten“ mit 1,44 Millionen Zuschauern und „Prominent getrennt – Die Villa der Verflossenen“. Drei der Top-Marken kommen aus dem RTL-Kosmos.

Parallel dazu schließt der Konzern ein wichtiges Technologie-Projekt ab. Die Migration der RTL+-Plattform auf die Bedrock-Infrastruktur ist durch. Das schafft Synergien: Frankreich und Ungarn nutzen die Plattform bereits. RTL erwartet deutliche Kostenvorteile.

Profitabilität in Reichweite

Die Zahlen untermauern die Prognose für 2026. RTL rechnet mit einem Konzernumsatz zwischen 6,1 und 6,2 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITA) soll bei rund 725 Millionen Euro liegen. Besonders wichtig: Der Streaming-Bereich soll erstmals profitabel werden. RTL erwartet hier einen operativen Gewinn zwischen 25 und 50 Millionen Euro.

Hinzu kommt ein Impuls durch die Fußball-Weltmeisterschaft. Die WM 2026 dürfte insbesondere der RTL-Tochter Groupe M6 in Frankreich Auftrieb geben.

Kurs sieht anders aus

Trotz der positiven Nachrichten: Die Aktie bleibt schwach. Am Dienstag schloss das Papier bei 31,25 Euro. Das sind fast 20 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 39 Euro aus dem April. Auf Jahressicht steht ein Minus von 10,33 Prozent. Technisch notiert der Kurs unter der 50-Tage-Linie bei 33,14 Euro und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 34,61 Euro. Der RSI von 43,1 signalisiert weder Überkauft noch Überverkauft.

Der Markt wartet auf mehr Klarheit. Im August veröffentlicht RTL die Halbjahreszahlen. Dann will das Management auch Details zur Integration von Sky Deutschland und den erwarteten Synergien liefern. Die Richtung stimmt, der Kurs hinkt hinterher.