RWE und das schwedische Unternehmen Polarium haben eine Partnerschaft für den deutschen Flexibilitätsmarkt angekündigt. Das Besondere: Über 1.600 dezentrale Batteriespeicher sollen zu einer einzigen virtuellen Batterie zusammenwachsen.
Wie die Technologie funktioniert
Ab Ende 2026 bündelt Polarium seine in ganz Deutschland verteilten Speichersysteme über eine Cloud-Plattform. Das Ergebnis: 50 Megawatt Leistung und 135 Megawattstunden Kapazität, gesteuert in Echtzeit. RWE übernimmt die Vermarktung dieses gebündelten Portfolios im Rahmen seiner Energiehandelsaktivitäten.
Die Technik dahinter ist kein Hexenwerk. Jede einzelne Batterie bleibt dort, wo sie steht. Die Plattform koordiniert sie jedoch so, als wären sie ein einziger großer Speicher. Das erlaubt schnelle Reaktionen auf Schwankungen im Netz — etwa wenn Wind- oder Solaranlagen kurzfristig mehr oder weniger Strom liefern als geplant.
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Warum das für RWE strategisch passt
RWE-Manager Ulf Kerstin bezeichnete das Polarium-Portfolio als ideale Ergänzung zu RWEs wachsendem Bestand an eigenen Batterien und Erzeugungsanlagen. Das Ziel: Tausende kleinere Speichereinheiten aktiv in den Flexibilitätsmarkt einbringen, statt sie ungenutzt zu lassen.
Polarium-Chef Leif Ottoson sieht darin einen Mehrwert für das gesamte Energiesystem. Dezentrale Batterien hätten bislang oft an der Marktseite gefehlt — die Aggregation über Software schließt diese Lücke.
Für RWE ist die Vereinbarung ein weiterer Schritt, das Handelsgeschäft mit erneuerbaren Flexibilitätsquellen zu verknüpfen. Der nächste konkrete Prüfstein kommt mit dem operativen Start Ende 2026 — dann zeigt sich, ob das virtuelle Batteriekonzept im deutschen Markt die versprochene Stabilisierungswirkung entfaltet.
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