RWE schaltet in den Angriffsmodus. Der Essener Energiekonzern hebt seine Ziele für die kommenden Jahre deutlich an. Dahinter steckt eine strategische Verschiebung: RWE setzt verstärkt auf das Stromnetz.

Stabilität durch Mehrheit an Amprion

Der Konzern kontrolliert nun 55 Prozent des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Diese Mehrheit bringt planbare, staatlich regulierte Erträge ins Haus. Das dämpft die Schwankungen aus dem freien Stromhandel ab.

Für das Jahr 2026 peilt der Vorstand nun ein bereinigtes EBITDA von bis zu 6,35 Milliarden Euro an. Die alte Zielmarke lag deutlich niedriger bei maximal 5,8 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis soll pro Aktie zwischen 2,60 und 3,30 Euro liegen.

Analysten heben den Daumen

Die neuen Zahlen sorgen bei Experten für Optimismus. ODDO BHF setzt das Kursziel nun bei 67,00 Euro an. Die Bank lobt die starke Entwicklung der flexiblen Erzeugung. Dieses Segment umfasst Gaskraftwerke und Speicher.

Morningstar sieht durch die Amprion-Integration ein verbessertes Risikoprofil. Die Citigroup bleibt mit einem Ziel von 60,00 Euro vorsichtiger. Dennoch sieht auch sie das Potenzial durch den Kapazitätsausbau untermauert.

Dazu kommen operative Fortschritte auf See. Im Bereich Offshore-Wind speist das „Nordseecluster A“ erstmals Strom ein. Beim dänischen Projekt „Thor“ meldet das Unternehmen ebenfalls wichtige Meilensteine.

An der Börse kommt die Strategie an. Seit Jahresbeginn legte das Papier um fast 25 Prozent zu. Der Kurs notiert aktuell bei 56,42 Euro und festigt damit seinen stabilen Aufwärtstrend.

Nach vorläufigen Zahlen erwirtschaftete RWE im ersten Halbjahr ein EBITDA von rund 3,0 Milliarden Euro. Damit übertrifft der Konzern die bisherigen Markterwartungen. Die vollständigen Halbjahresergebnisse erscheinen Mitte August. Das Management plant weiterhin, die Dividende bis 2031 jährlich um zehn Prozent zu steigern.