Ein Bloomberg-Bericht bringt Bewegung in die Reprivatisierung von Uniper — und RWE steht plötzlich mitten im Rennen. Zusammen mit dem Finanzinvestor KKR soll der Essener Energiekonzern ein unverbindliches Angebot für den staatlichen Energieversorger abgegeben haben. Der Markt reagiert nicht mit Begeisterung, sondern mit Skepsis.

Ein Bieterduo mit Fragezeichen

Neben RWE und KKR haben laut Bericht auch der norwegische Konzern Equinor sowie ein Konsortium aus Brookfield Asset Management und dem Canada Pension Plan Investment Board Interesse bekundet. Mehrere der ursprünglich rund zehn potenziellen Bieter sollen sich gegen ein Angebot entschieden haben.

Auch die Holding EPH des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky war Berichten zufolge in der vergangenen Woche noch im Rennen. Weder RWE noch KKR haben die Informationen kommentiert, ebenso wenig Uniper selbst.

Für Anleger ist die Gemengelage unbequem: Eine Übernahme dieser Größenordnung würde RWE finanziell und strategisch binden, während der Konzern zugleich seinen Ausbau bei erneuerbaren Energien vorantreibt. Genau diese Unsicherheit drückt derzeit auf die Stimmung — der Kurs geriet nach Bekanntwerden der Bieterpläne unter Druck.

Kursziel trotz Unruhe intakt

Charttechnisch bewegt sich die Aktie weiter in der Bandbreite zwischen 54 und 59 Euro, in der sie sich seit ihrem Jahreshoch bei 62 Euro im April hält. JPMorgan bekräftigte trotz der Uniper-Debatte die Kaufempfehlung und nannte ein Kursziel von 68,50 Euro — begründet mit einem angestrebten zweistelligen Ergebniswachstum im aktuell starken Nachfrageumfeld für Energie.

Diese Diskrepanz zwischen fundamentaler Zuversicht der Analysten und der Verunsicherung rund um die Uniper-Offerte dürfte den Kurs in den kommenden Wochen prägen. Ob RWE tatsächlich zum Zuge kommt, entscheidet sich erst mit dem Ende der Bieterrunde — ein verbindliches Angebot liegt bislang nicht vor.