RWE will beim verstaatlichten Versorger Uniper keine tragende Rolle spielen. Vorstandschef Markus Krebber wies Spekulationen über eine tiefere finanzielle Verflechtung zurück. Zwar reichte der Konzern gemeinsam mit dem Finanzinvestor KKR ein unverbindliches Angebot ein, doch stellte Krebber klar, dass ein mögliches Engagement allenfalls minimale Ausmaße annehmen werde.
Eine Übernahme von Uniper durch RWE sei angesichts der eigenen Marktposition in Deutschland schlicht „nicht möglich“, betonte Krebber in einem Bloomberg-Interview. Der Konzern strebe einen solchen Schritt auch gar nicht an. Sollte das Konsortium den Zuschlag erhalten, bezeichnete der Manager den künftigen Anteil seines Hauses als „sehr, sehr begrenzt und klein“.
Bund bereitet Ausstieg vor
Hintergrund des Vorstoßes ist der geplante Rückzug des Bundes. Der Staat hatte Uniper im Krisenjahr 2022 mit 13,5 Milliarden Euro gestützt und hält seither fast die gesamten Anteile. Berlin strebt nun den Verkauf eines Großteils des Pakets an, will jedoch Medienberichten zufolge eine strategische Minderheitsbeteiligung von rund einem Viertel im Staatsbesitz behalten. Die Frist für erste indikative Angebote endete im September.
Der Wettbewerb um den Energiekonzern gewinnt unterdessen an Dynamik. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hat auch der US-Finanzinvestor Apollo ein unverbindliches Angebot abgegeben. Das Unternehmen könnte bei einem Verkauf mit rund 10 Milliarden Euro bewertet werden. Zudem haben der norwegische Konzern Equinor sowie eine Gruppe um Brookfield und CPPIB indikative Offerten hinterlegt.
Entlastung für das Risikoprofil
Für die Aktionäre des Essener Versorgers bedeutet Krebbers Klarstellung vor allem finanzielle Entwarnung. Ein Großeinstieg bei Uniper hätte erhebliche kartellrechtliche Hürden aufgeworfen und Kapitalressourcen gebunden. Indem RWE dem Partner KKR die Führung überlässt, vermeidet der Vorstand kostspielige Risiken bei der Integration traditioneller Erzeugungskapazitäten.
Am Aktienmarkt reagierten die Anleger dennoch verhalten. Der Kurs sank heute um 1,0 Prozent auf 57,14 Euro. Damit liegt der Titel 8,4 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Die Zurückhaltung im Bieterverfahren verdeutlicht jedoch, dass die Unternehmensspitze die eigene Kapitaldisziplin über expansive Zukäufe stellt.
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