RWE hat das erste Quartal 2026 mit einem kräftigen Ergebnissprung abgeschlossen. Das bereinigte EBITDA kletterte um 25 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro — getragen von besseren Windverhältnissen, neuen Anlagen und einer Einmalzahlung aus den Niederlanden. Die Jahresprognose steht. Der Kurs allerdings nicht.
Offshore Wind zieht das Ergebnis hoch
Das stärkste Wachstum lieferte die Offshore-Sparte. Ihr bereinigtes EBITDA sprang von 380 auf 570 Millionen Euro. Höhere Windgeschwindigkeiten trieben die Produktion. Parallel laufen vier große Bauprojekte: Sofia (1,4 GW) in Großbritannien, der Nordseecluster (1,6 GW, RWE-Anteil 51 Prozent) vor der deutschen Küste, OranjeWind (795 MW, RWE-Anteil 50 Prozent) in den Niederlanden sowie Thor in Dänemark.
Bei Thor und Sofia drehen sich bereits die ersten Turbinen. Thor wird mit über 1.000 MW Dänemarks größter Offshore-Windpark. Bis Ende 2026 sollen alle 72 Turbinen installiert sein. Die vollständige Inbetriebnahme plant RWE spätestens für Ende 2027.
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Investitionen laufen, Verschuldung steigt
Im ersten Quartal investierte RWE netto 2,3 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr plant der Konzern zwischen 6 und 8 Milliarden Euro. Aktuell befinden sich Anlagen mit 10,4 Gigawatt Gesamtkapazität im Bau. Finanzvorstand Michael Müller will 2026 mehr als 4 Gigawatt neue Kapazität hinzufügen.
Die Nettoverschuldung stieg bis Ende März auf 15,6 Milliarden Euro. RWE erwartet, dass der Verschuldungsgrad deutlich gegenüber 2025 zunimmt — soll aber am unteren Ende der selbst gesetzten Spanne von 3,0 bis 3,5 bleiben.
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Strukturproblem Negativpreise
Das Investitionsprogramm läuft. Allerdings wächst ein strukturelles Risiko: In den ersten Monaten 2026 gab es rund 200 Stunden mit negativen Strompreisen. Ursache ist hohes Solaraufkommen an Feiertagen bei schwacher Nachfrage. Das erhöht den Druck, Erlöse über langfristige Lieferverträge abzusichern.
RWE hat 80 Prozent der erwarteten Stromproduktion für 2026 bereits abgesichert. Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,5 Milliarden Euro stützt die Aktionärsrendite.
Für das Gesamtjahr erwartet RWE ein bereinigtes EBITDA zwischen 5,2 und 5,8 Milliarden Euro. Das Dividendenziel liegt bei 1,32 Euro je Aktie. Die Aktie notiert aktuell bei 54,90 Euro — rund 11 Prozent unter dem Anfang Mai markierten 52-Wochen-Hoch von 61,70 Euro. Auf Jahressicht hat sie sich trotzdem fast verdoppelt.
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