RWE baut den Handel mit umweltfreundlichen Industriegütern aus. Die Konzerntochter RWE Supply & Trading kooperiert dafür mit dem Bergbauunternehmen Canada Nickel. Gemeinsam wollen die Partner kohlenstoffarmen Stahl in Europa und Nordamerika vermarkten.

Strategischer Pakt für grünen Stahl

Die Partner haben eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. RWE bringt dabei vor allem den Marktzugang in der EU und den USA ein. Die benötigten Rohstoffe liefert die Tochtergesellschaft Net Zero Metals. Bis zum Jahresende 2026 streben beide Seiten eine verbindliche Vereinbarung an.

RWE berät den Partner zusätzlich bei regulatorischen Hürden. Das Unternehmen nutzt dafür seine Erfahrung mit dem EU-Grenzausgleichssystem CBAM. Auch die Expertise im Emissionshandel spielt eine wichtige Rolle. So lassen sich die komplexen Regeln für den Import sauberer Metalle bewältigen.

Kurswechsel bei Kraftwerks-Ausschreibungen

Im deutschen Heimatmarkt bahnt sich parallel dazu eine politische Wende an. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche plant Änderungen bei den Ausschreibungen für neue Gaskraftwerke. Der bisherige „Südbonus“ wird wohl modifiziert. Dieser bevorzugte bislang Investitionen in Süddeutschland.

Künftig sollen zunächst die kostengünstigsten Gebote den Zuschlag erhalten. Diese Entwicklung ist für RWE von großer Bedeutung. Der Konzern plant im Rahmen der staatlichen Kraftwerksstrategie massive Kapazitäten für wasserstofffähige Anlagen.

Aktuelle Bewertung an der Börse

Die Aktie notiert aktuell bei 57,54 Euro. Das entspricht einem leichten Tagesminus von 0,55 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten bleibt die Entwicklung jedoch positiv.

Das Papier verbucht im Jahresvergleich ein Plus von rund 60 Prozent. Damit hält sich der Kurs stabil über wichtigen Linien. Er liegt deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 51,02 Euro.

RWE positioniert sich mit der neuen Allianz als Dienstleister für die Transformation der Schwerindustrie. Die Verknüpfung von Rohstoffen und Emissions-Know-how schafft Zugang zu neuen Nischenmärkten. Bis Ende 2026 muss der Konzern nun zeigen, dass aus der Absichtserklärung ein lukratives Liefergeschäft wird.