Saab verkauft, kauft und liefert — alles in einer Woche. Während der schwedische Rüstungskonzern sein Portfolio konsequent umbaut, notiert die Aktie nahe ihrem Jahrestief.

Raus aus dem Zivilen, rein in die KI

Den Anfang macht ein Verkauf. Saab trennt sich von seinem Geschäftsbereich Public Safety Solutions und übergibt ihn an den norwegischen Softwareanbieter Omda. Der Deal umfasst Softwarelösungen, den Kundenstamm und 75 Mitarbeiter. Omda zahlt 15 Millionen SEK sofort, dazu kommt ein erfolgsabhängiger Aufschlag von bis zu 45 Millionen SEK. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 geplant.

Auf der anderen Seite steht eine gezielte Akquisition. Saab investiert 11,1 Millionen Euro für einen zehnprozentigen Anteil am Pariser KI-Unternehmen Comand AI. Das 2023 gegründete Startup entwickelt die Plattform Prevail — ein KI-natives System für militärische Einsatzplanung und Entscheidungsfindung. Die Beteiligung stärkt Saabs Fähigkeiten im Bereich Führungs- und Aufklärungssysteme, etwa beim Weitbereichsüberwachungsflugzeug GlobalEye. Außerdem vertieft sie die Zusammenarbeit mit der französischen Rüstungsindustrie. Die Transaktion steht noch unter Genehmigungsvorbehalt.

Das Muster ist eindeutig: Saab zieht sich aus zivilem Randgeschäft zurück und setzt auf militärische Kerntechnologie.

Gripen-Lieferung abgeschlossen

Parallel dazu meldet Saab einen operativen Abschluss. Zwei neue Gripen-C-Kampfjets landeten auf dem ungarischen Luftwaffenstützpunkt Kecskemét. Damit ist der Liefervertrag erfüllt, den die schwedische Beschaffungsbehörde FMV und das ungarische Verteidigungsministerium im Januar 2024 unterzeichnet hatten. Ungarn betreibt nun insgesamt 18 Gripen-Maschinen — 16 vom Typ C und zwei vom Typ D. Saab hält einen laufenden Supportvertrag und bietet weitere Upgrades über 2035 hinaus an.

Aktie weit unter altem Hoch

Die operative Aktivität überzeugt den Markt bislang nicht. Saab-Aktien kosten aktuell 25,24 USD — rund 38 Prozent unter dem Jahreshoch von 40,77 USD, das Ende Januar erreicht wurde. Seit Jahresbeginn hat der Kurs fast 17 Prozent verloren. Mit einem RSI von 34 signalisiert die technische Lage überverkaufte Bedingungen, ohne dass bisher eine Gegenbewegung eingesetzt hat.

Der Halbjahrsbericht für Januar bis Juni 2026 wird zeigen, ob die starke Auftragslage endlich in den Zahlen ankommt. Saab will vorab neu aufbereitete Vergleichsdaten veröffentlichen — die Gesamtumsätze und Ergebnisse der Vorperioden bleiben dabei unverändert.