Ein Medienunternehmen wechselt für einen symbolischen Preis den Besitzer – und zwar an einen Investor, der eng mit dem Management verbunden ist. Salem Media Group wird von der christlichen Stiftung WaterStone übernommen. Pro Aktie fließen 1,00 Dollar, ein Aufschlag von 250 Prozent auf den zuletzt notierten Kurs.
Der Vertrag wurde am 12. Mai unterzeichnet. Der Vorstand stimmte einstimmig zu. Der Vollzug ist für August 2026 geplant, vorausgesetzt Aktionäre und Aufsichtsbehörden geben grünes Licht.
Ein Deal mit Vorgeschichte
WaterStone hielt bereits Vorzugsaktien, die einen Stimmrechtsanteil von 49,5 Prozent sicherten. Richard von Gnechten führt bei Salem Media den Vorsitz des Aufsichtsrats – und ist zugleich Präsident von WaterStone. Die personelle Überschneidung ist offenkundig.
Co-Gründer Edward Atsinger III erklärte, die Eigentümerfamilien hätten zehn Jahre nach einem Nachfolger gesucht. CEO David Santrella zufolge arbeiten beide Seiten bereits seit 18 Monaten an strategischen Initiativen. Der Schritt ins Private wird als langfristige Stärkung des christlich-konservativen Medienangebots verstanden.
Salem Media betreibt Radiostationen, digitale Angebote, Streaming, Podcasts und TV. Das lokale Radiogeschäft wuchs im ersten Quartal um 2,8 Prozent – ein Wert, der sich positiv von der Branchenentwicklung abhebt, die laut Miller Kaplan einen Rückgang von 3,4 Prozent verzeichnete.
Kritische Blicke
Parallel zur Übernahme kündigte die Anwaltskanzlei Ademi LLP eine Untersuchung an. Geprüft wird, ob der Preis von einem Dollar je Aktie für die Aktionäre fair ist. Im Fokus steht das Verhalten des Aufsichtsrats – insbesondere die Frage, ob Insider bevorzugt wurden und ob konkurrierende Angebote ausgeschlossen blieben.
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