Salesforce kauft sich Verstärkung fürs Marketinggeschäft. Der Softwarekonzern übernimmt die Customer-Engagement-Plattform Braze und setzt dabei auf Künstliche Intelligenz. An der Börse kommt der Zukauf vorbörslich nicht gut an.
Der Deal im Detail
Salesforce zahlt 47,50 Dollar je Braze-Aktie in bar. Das entspricht einem Unternehmenswert von rund 5,66 Milliarden Dollar. Braze-Aktionäre erhalten damit einen deutlichen Aufschlag auf den zuletzt vorbörslich gehandelten Kurs von knapp 30 Dollar.
Der Abschluss ist für das Geschäftsjahr 2028 vorgesehen, das im Januar 2028 endet. Voraussetzung sind die Zustimmung der Braze-Aktionäre und behördliche Genehmigungen. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 bleibt unverändert, auch die langfristigen Ziele ändert der Konzern zunächst nicht.
Was Salesforce mit Braze vorhat
Braze ermöglicht personalisierte Kommunikation über Apps, Websites, E-Mail, SMS und WhatsApp. Die Plattform wertet Kundenverhalten laufend aus und passt Inhalte, Angebote, Kanäle und den Zeitpunkt der Ansprache per KI an.
Salesforce will diese Fähigkeiten in die Marketing-Cloud integrieren. Zusammen mit den Kundendaten aus Data 360 und den KI-Agenten von Agentforce sollen Unternehmen ihre Kundenbeziehungen gezielter steuern. Braze bringt zudem Know-how bei mobilen Anwendungen, Datenverarbeitung und Kundenbindung mit.
Rund 2.770 Kunden nutzen die Plattform nach eigenen Angaben, darunter Canva, Instacart, Venmo und Urban Outfitters. Gerade im hochvolumigen B2C-Geschäft will Salesforce so sein Angebot erweitern.
Aktie gibt nach
Die Salesforce-Aktie verlor vorbörslich in New York zeitweise rund drei Prozent auf etwa 235 Dollar. Die 240-Dollar-Marke, die das Papier erst am Vortag überwunden hatte, ist damit wieder außer Reichweite. Marktbeobachter dürften den hohen Kaufpreis als Grund für die Zurückhaltung sehen. Konkrete Begründungen für die Kursreaktion liegen allerdings nicht vor.
Der Zeitplan lässt dem Konzern viel Spielraum: Bis zum Abschluss im Geschäftsjahr 2028 müssen Aktionäre und Aufsichtsbehörden zustimmen. Bis dahin bleibt die Prognose für 2027 die Messlatte, an der sich der Zukauf nicht niederschlagen soll.
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