Salesforce kann mit Agentforce weiter punkten und übertrifft mit den Earnings die Erwartungen der Wall Street. Direkt danach kann die Aktie kann den Abwärtstrend stoppen. Was sind die nächsten Ziele im Chartbild?

Salesforce bricht womöglich den Abwärtstrend

Die Geschichte von Salesforce ist die Geschichte der Cloud-Transformation im Unternehmenssoftwaremarkt. 1999 von Marc Benioff in San Francisco gegründet, trat das Unternehmen mit einer provokanten These an: „No Software“. Gemeint war der Bruch mit dem damals dominierenden Lizenzmodell für lokal installierte Unternehmenssoftware. Stattdessen setzte Salesforce von Beginn an auf ein webbasiertes Subskriptionsmodell – Software as a Service (SaaS).

Zum Start fokussierte sich das Unternehmen ausschließlich auf Customer-Relationship-Management (CRM). Während etablierte Anbieter wie SAP oder Oracle komplexe On-Premise-Systeme verkauften, bot Salesforce eine standardisierte, schnell implementierbare und regelmäßig aktualisierte Cloud-Lösung an. Diese strukturelle Vereinfachung senkte Eintrittsbarrieren für Kunden erheblich und etablierte wiederkehrende, planbare Umsätze für das Unternehmen.

Der eigentliche strategische Hebel war jedoch die Plattformisierung. Mit der Einführung von „Force.com“ und später der „Salesforce Platform“ entwickelte sich das CRM-Produkt zu einer Entwicklungsumgebung, auf der Kunden eigene Anwendungen erstellen konnten. Dieser Schritt erhöhte die Bindung, da Salesforce nicht mehr nur als Tool, sondern als Infrastruktur für Geschäftsprozesse fungierte.

In den folgenden Jahren expandierte Salesforce systematisch entlang der Customer Journey. Durch organisches Wachstum und gezielte Akquisitionen entstanden neue Clouds in den Bereichen Vertrieb, Kundenservice, digitales Marketing, E-Commerce sowie Datenintegration und Automatisierung.

Besonders strategisch war die Übernahme von Tableau im Jahr 2019 zur Stärkung der Datenanalyse sowie von Slack Technologies 2021, um Kollaboration stärker in die Plattform zu integrieren. Diese Transaktionen sollten Salesforce vom reinen CRM-Anbieter zur umfassenden Customer-Engagement-Plattform transformieren.

Finanziell zeichnete sich Salesforce über Jahre durch hohes Umsatzwachstum und starke wiederkehrende Erlöse aus, allerdings bei moderaten operativen Margen aufgrund hoher Vertriebs- und Integrationskosten. In jüngerer Zeit verlagerte sich der Fokus stärker auf Profitabilität und Cashflow-Optimierung, auch unter dem Druck aktivistischer Investoren. Effizienzprogramme und Kostendisziplin führten zu einer signifikanten Margenverbesserung.

Strategisch steht Salesforce heute im Spannungsfeld zwischen Wachstum und Konsolidierung. Der Markt für Unternehmenssoftware ist reifer geworden, und Wettbewerber wie Microsoft (Dynamics), HubSpot oder spezialisierte SaaS-Anbieter konkurrieren um Marktanteile. Gleichzeitig verschiebt sich der Wettbewerb zunehmend in Richtung KI-gestützter Automatisierung. Mit der Integration generativer KI-Funktionen in die Plattform versucht Salesforce, Produktivität und Datenwertschöpfung für Unternehmenskunden zu steigern.

Heute ist Salesforce weniger ein einzelnes Softwareprodukt als ein breit integriertes Cloud-Ökosystem für kundenbezogene Geschäftsprozesse. Die Investmentthese basiert auf hoher Kundenbindung, wiederkehrenden Umsätzen und der strategischen Positionierung im Zentrum unternehmerischer Datenströme. Die Herausforderung besteht darin, Innovationsdynamik, Plattformintegration und Margendisziplin gleichzeitig aufrechtzuerhalten – ein Balanceakt, der über die langfristige Bewertung entscheidet.
Wir analysieren die aktuellen Quartalszahlen und die Reaktion der Aktien, welche in diesem Jahr bisher das Schlusslicht im Dow Jones darstellen.

Das Video zur Salesforce Aktienanalyse

Im Format „US-Aktien im Fokus“ nehmen Roland Jegen und Andreas Bernstein regelmäßig US-Aktien näher unter die Lupe. Die Analysen konzentrieren sich dabei sowohl auf Fundamentaldaten als auch auf die Charttechnik.

Was lässt sich im weiteren Verlauf erwarten? Alle Insights erhalten Sie in unserem Video:

Weitere Inspirationen bekommst Du kostenfrei aus der Aktien-Research-Liste nach kurzer Anmeldung per Mail zugesendet:

Aktien Research Andreas Bernstein

Risikohinweis für Trader

Jede Investition ist mit Risiken verbunden. Jeder Anleger sollte, wenn möglich mit Hilfe eines externen Beraters, prüfen, ob diese Finanzinstrumente für seine persönliche Situation geeignet sind. Die auf einem Demokonto erzielten Gewinne sind keine Garantie für zukünftige Gewinne. Der Einsatz eines Hebels beinhaltet das Risiko, mehr als den Gesamtbetrag des Kontos zu verlieren. Sie sind nicht verpflichtet, eine Hebelwirkung zu nutzen.