Samsung SDI reagiert auf die abkühlende Nachfrage nach Elektroautos in Nordamerika. Statt Batterien für Pkw rücken nun stationäre Speicherlösungen in den Fokus der Produktion. Das Unternehmen passt damit seine Strategie an die veränderten Marktbedingungen an.

Umbau der Fertigung in Indiana

In Indiana werden die Kapazitäten neu geordnet. Nachdem das 3,5 Milliarden Dollar schwere Gemeinschaftsprojekt mit General Motors vorerst pausiert, konzentriert sich der Konzern auf das Werk in Kokomo. Dort werden bereits Fertigungslinien für stationäre Energiespeichersysteme (ESS) vorbereitet.

Die Massenproduktion dieser Einheiten soll Ende 2026 anlaufen. Samsung SDI nutzt damit den wachsenden Bedarf durch erneuerbare Energien und KI-Rechenzentren. Parallel dazu sicherte sich das Unternehmen einen Liefervertrag über Kathodenmaterialien im Wert von rund 1,2 Milliarden Dollar.

Unabhängigkeit von chinesischen Rohstoffen

Der Vertrag mit dem Zulieferer L&F läuft ab 2027 für zunächst drei Jahre. Er konzentriert sich auf die Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP), die für kostengünstige Speicher entscheidend ist. Damit verringert der Konzern seine Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffen und erfüllt strengere US-Handelsvorgaben für kritische Komponenten.

An der Börse sorgte der Strategiewechsel zuletzt für Schwankungen. Mit einem Kurs von 86,40 Euro notiert die Aktie aktuell rund 16 Prozent unter ihrem April-Hoch. Seit Jahresbeginn steht jedoch ein deutliches Plus von fast 120 Prozent zu Buche.

Technologische Nische als Vorteil

Technologisch setzt Samsung SDI auf die sogenannte PrismStack-Architektur, um Energiedichte und Sicherheit der Zellen zu erhöhen. Indes treibt das Management die Entwicklung von Feststoffbatterien mit Partnern wie BMW voran. Als derzeit einziger nicht-chinesischer Anbieter prismatischer ESS-Zellen in Nordamerika besetzt das Unternehmen eine strategische Nische im wachsenden Markt für Großspeicher.