Der südkoreanische Batterieriese Samsung SDI baut mit dem US-Partner Forge Nano eine Produktionsstätte in North Carolina. Die Anlage in Morrisville soll ab 2028 jährlich 3 Gigawattstunden Kapazität liefern. Forge Nano investiert dafür 300 bis 330 Millionen Dollar, unterstützt durch einen 100-Millionen-Zuschuss des US-Energieministeriums. Samsung SDI liefert Technologie und hat sich zugleich verpflichtet, einen Teil der produzierten Zellen abzunehmen.
Strategische Wende Richtung Energiespeicher
Die Partnerschaft zielt auf den Markt für stationäre Energiespeicher ab – nicht auf Elektroautos. Forge Nano fungiert dabei als autorisierter US-Distributor der Samsung-SDI-Zellen. Das passt zur aktuellen Neuausrichtung des Konzerns: Samsung SDI wandelt Kapazitäten seiner nordamerikanischen Werke zunehmend auf die ESS-Produktion um. Hintergrund ist die wachsende Nachfrage von KI-Rechenzentren. Analysten erwarten, dass Samsung SDI im zweiten Quartal 2026 wieder operativ Gewinn schreibt – nach sieben Verlustquartalen in Folge. Ein Großteil der lokalen US-Produktion sei bereits für die nächsten zwei bis drei Jahre ausgelastet.
Parallel dazu investiert Samsung SDI in Südkorea massiv in die Zukunft. Zwischen 2026 und 2040 fließen rund 25 Billionen Won in die Standorte Ulsan und Cheonan. Dort entstehen Produktionslinien für Feststoffbatterien, LFP- und Natrium-Ionen-Zellen. Die kommerzielle Fertigung von Feststoffbatterien ist in Südkorea für 2027 anvisiert.
Kursrutsch trotz positiver Perspektive
Die Börse zeigt sich am Mittwoch wenig beeindruckt. Die Aktie fällt um 7,45 Prozent auf 59,60 Euro. Damit notiert sie 42 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 103,50 Euro vom Mai 2026. Auf Sicht von 30 Tagen ergibt sich ein Minus von 21,4 Prozent. Der RSI liegt bei 33,3 – die Aktie ist technisch überverkauft. Positiv: Der Kurs hält sich knapp über der 200-Tage-Linie bei 58,69 Euro. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 118 Prozent. Die Volatilität bleibt mit annualisiert 80 Prozent extrem hoch. Kein Wunder: Samsung SDI durchläuft eine Phase radikaler Transformation. Der US-Deal und die Heimatinvestitionen zeigen die strategische Richtung – ob sie den Kurs nachhaltig stützen, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen. Die operative Trendwende im zweiten Quartal wäre der erste Belastungstest.
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