SAP beschleunigt den Umbau Richtung Business AI. Der Konzern erweitert seine Partnerschaft mit NTT DATA Business Solutions und treibt parallel die geplante Übernahme von Prior Labs voran. Der rote Faden ist klar: KI soll tiefer in Cloud-ERP, Datenplattformen und den Assistenten Joule rücken.
Die Aktie honoriert das bislang nur begrenzt. Am Montag notiert der Titel bei 144,58 Euro, ein Minus von 1,75 Prozent; seit Jahresanfang steht ein Rückgang von 28,43 Prozent zu Buche.
Partnerschaft soll KI schneller in ERP bringen
SAP AppHaus und NTT DATA Business Solutions weiten ihre globale Zusammenarbeit aus. Ziel ist es, skalierbare KI-Anwendungen schneller in Cloud-ERP-Umgebungen zu bringen. NTT DATA Business Solutions bringt dafür mehr als 15.000 SAP-Spezialisten weltweit ein.
Im Mittelpunkt steht die Kombination aus der SAP-AppHaus-Methodik und dem „GenAI Accelerated Toolkit“ von NTT DATA Business Solutions. Kunden sollen damit KI-Anwendungsfälle identifizieren, Prototypen auf der SAP Business Technology Platform entwickeln und diese anschließend in produktive Cloud-ERP-Landschaften überführen.
Für SAP ist das mehr als ein Partnerprogramm. Der Konzern versucht, Business AI näher an reale Geschäftsprozesse zu bringen. Joule, die SAP Business Data Cloud und SAP BTP bilden dabei die technische Klammer.
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Prior Labs stärkt den Datenfokus
Die zweite Baustelle ist die geplante Übernahme von Prior Labs. SAP kündigte den Schritt am 4. Mai 2026 an und will über vier Jahre mehr als 1 Milliarde Euro in das Freiburger KI-Startup investieren.
Prior Labs arbeitet an sogenannten Tabular Foundation Models. Diese Modelle sind auf strukturierte Geschäftsdaten ausgelegt — also genau jene Daten, die in ERP-Systemen, Finanzprozessen und Lieferketten anfallen. Damit unterscheidet sich der Ansatz von klassischen Sprachmodellen, die vor allem mit unstrukturierten Textdaten arbeiten.
Die Transaktion soll im zweiten oder dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Ab dem dritten Quartal 2026 soll die Technologie in SAP AI Core, die Business Data Cloud und Joule integriert werden.
Cloud-Geschäft liefert den Unterbau
Operativ bleibt das Cloud-Geschäft der wichtigste Träger der Strategie. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 6,0 Prozent auf 9,56 Milliarden Euro.
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Auch beim Gewinn ging es nach oben. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich auf 1,66 Euro, nach 1,52 Euro im Vorjahr.
Die Cloud-Umsätze legten um 19 Prozent auf 5,962 Milliarden Euro zu; währungsbereinigt waren es 27 Prozent. Genau hier setzt SAP mit den neuen KI-Initiativen an: Die vorhandene Cloud-Basis soll zusätzliche Funktionen aufnehmen und Kunden stärker an die Plattform binden.
Der aktuelle Cloud-Auftragsbestand erreichte 21,9 Milliarden Euro und lag damit 20 Prozent höher, währungsbereinigt sogar 25 Prozent. Das gibt dem Konzern Sichtbarkeit, während die Aktie noch deutlich unter Druck steht.
Finanziellen Spielraum hat SAP auch durch frühere Portfolioentscheidungen. Der Verkauf der Qualtrics-Beteiligung wurde im Juni 2023 abgeschlossen und brachte einen Bruttoerlös von rund 7,7 Milliarden Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnen Analysten im Durchschnitt mit einem Ergebnis je Aktie von 7,21 Euro. Am 23. Juli 2026 folgt der detaillierte Bericht zum zweiten Quartal — dann wird sichtbar, ob Cloud-Wachstum und KI-Investitionen weiter in dieselbe Richtung laufen.
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