Fast halbiert in zwölf Monaten — und dennoch knapp über dem Boden. Die SAP-Aktie notiert nach einem Jahrestief von 130,80 Euro Ende Juni wieder bei 136,22 Euro. Hinter der Stabilisierung steckt mehr als Kurspflege: Walldorf baut parallel an einer KI-Strategie, die das Kerngeschäft grundlegend verändern soll.
13 neue KI-Assistenten für HR
Im Juni hat SAP 13 spezialisierte „Joule“-Assistenten für das Personalmanagement freigegeben. Sie decken den gesamten Mitarbeiterlebenszyklus ab — von der Personalbeschaffung bis zur Gehaltsabrechnung. Das Ziel: HR-Teams von operativen Routineaufgaben entlasten.
Das ist nur ein Ausschnitt. SAP plant insgesamt mehr als 50 Joule-Assistenten und über 200 KI-Agenten für Bereiche wie Finanzen, Beschaffung und Lieferkette. Sieben weitere Assistenten für den Finanzbereich sollen bis zum dritten Quartal 2026 folgen.
Dremio-Übernahme schließt Datenlücken
Parallel dazu kauft SAP den Datenplattform-Spezialisten Dremio. Der Abschluss ist für das dritte Quartal 2026 geplant. Dremio soll die SAP Business Data Cloud und SAP HANA Cloud ergänzen — und vor allem die Integration von SAP- und Nicht-SAP-Daten vereinfachen. Datenfragmentierung ist ein bekanntes Problem großer Unternehmenskunden. Mit Dremio will SAP eine einheitliche Datenbasis für KI-Anwendungen schaffen.
Rückkaufprogramm läuft bis Ende Juli
Ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm stützt den Kurs zusätzlich. SAP hat im Januar 2026 ein Programm über bis zu 10 Milliarden Euro für zwei Jahre aufgelegt. Die laufende zweite Tranche von bis zu 2,6 Milliarden Euro endet am 27. Juli 2026.
Trotzdem bleibt die Kurslage angespannt. Die Aktie liegt rund 25 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt und seit Jahresbeginn 32,56 Prozent im Minus. Der Analystenkonsens lautet „Moderate Buy“ — mit einem durchschnittlichen Kursziel von 222,85 Euro. Das entspräche einem Aufwärtspotenzial von rund 65 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs.
Den nächsten konkreten Prüfstein liefert SAP am 23. Juli 2026: Dann veröffentlicht der Konzern die Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026. Wie gut KI-Rollout und Dremio-Übernahme bereits ins Zahlenwerk einzahlen, wird sich dort zeigen.
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