SAP Aktie: 250-Millionen-Auftrag gegen Google verteidigt

Deutsches Konsortium erhält 250-Millionen-Euro-Auftrag für KI-Plattform KIPITZ und schlägt Google. SAP-Aktie erholt sich vom Jahrestief.

SAP Aktie
Kurz & knapp:
  • SAP und T-Systems gewinnen KI-Auftrag
  • Auftragsvolumen von knapp 250 Millionen Euro
  • KIPITZ-Plattform für Verwaltungs-KI
  • SAP-Aktie erholt sich vom Tief

Der Bund vergibt einen Milliardenauftrag für Künstliche Intelligenz – und setzt nicht auf Google, sondern auf ein deutsches Konsortium. SAP und T-Systems haben sich gegen den US-Konzern durchgesetzt. Ein Rückschlag für die Cloud-Strategie von Google in Europa.

Das Bundesdigitalministerium erteilte dem Konsortium aus SAP und der Telekom-Tochter den Zuschlag. Der Auftrag hat ein Gesamtvolumen von knapp 250 Millionen Euro. Google hatte gemeinsam mit dem Dortmunder Unternehmen Adesso zunächst Rechtsmittel eingelegt – und diese inzwischen zurückgezogen. Der Weg war frei für SAP und T-Systems.

Warum der Auftrag zweigeteilt wurde

Das Ministerium vergab den Auftrag bewusst an zwei Konsortien. Das SAP/T-Systems-Team erhält als Erstplatzierter 70 Prozent des Volumens, rund 30 Prozent gehen an ein Konsortium um das Wiesbadener Unternehmen SVA System Vertrieb Alexander. Ziel: keine Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten.

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Im Zentrum steht die KI-Lösung KIPITZ. Sie hilft Verwaltungsmitarbeitern bei der Dokumentenverarbeitung, fasst Texte zusammen und soll Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen. Die Plattform funktioniert als Platform-as-a-Service (PaaS) und soll künftig Behörden auf allen Ebenen mit KI-Anwendungen versorgen.

Strategisch ein Gewinn – trotz bescheidenem Volumen

Für SAP ist der Auftrag finanziell kein Gamechanger. 175 Millionen Euro Hauptvolumen gemessen am Konzernumsatz von über 34 Milliarden Euro fallen kaum ins Gewicht. Strategisch aber ist die Botschaft wertvoll: SAP wird sichtbarer als Anbieter souveräner KI-Infrastruktur. Ein Thema, das in Europa politisch an Bedeutung gewinnt.

SAP-CEO Christian Klein sprach davon, die Stärke der eigenen Business AI Platform einzubringen und „vertrauenswürdige Innovationen im öffentlichen Sektor“ zu beschleunigen.

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Parallel baut SAP die KI-Datenpipeline weiter aus. Die Übernahme von Reltio ist bereits abgeschlossen, der Kauf von Dremio wurde Anfang Mai vereinbart – der Abschluss wird für das dritte Quartal erwartet. Beide Zukäufe zielen darauf ab, Unternehmensdaten gezielt für KI-Anwendungen aufzubereiten.

Aktie erholt sich vom Tief

Die SAP-Aktie notiert am Montag bei 153,36 Euro. Das sind rund elf Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 137,62 Euro, das Mitte Mai erreicht wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 24 Prozent. Der RSI von 88,2 signalisiert eine technische Überkauftheit – der jüngste Erholungslauf war steil.

Der nächste Prüfstein folgt am 23. Juli. Dann legt SAP die Zahlen für das zweite Quartal vor. Im Fokus stehen die Cloud-Umsätze. Ob der operative Rückenwind auch in den Quartalszahlen ankommt, dürfte die Richtung für die kommenden Wochen vorgeben.

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