SAP steht stark unter Druck. In den vergangenen zwölf Monaten verlor die Aktie rund 47 Prozent an Wert. Jetzt reagiert das Management. Der Softwarekonzern bündelt Kompetenzen, kauft eigene Anteile und baut die Führungsebene um. Das Ziel: Die Walldorfer wollen das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen.
Machtkonzentration beim CEO
Ab dem heutigen 1. Juli greift eine neue Struktur. Vorstandschef Christian Klein übernimmt die direkte Kontrolle über die Produktentwicklung. Er verantwortet ab sofort die wichtige Business Suite. Der Konzern will künstliche Intelligenz schneller in die Kernprozesse der Kunden integrieren. Der bisherige Entwicklungschef Muhammad Alam gibt Aufgaben ab. Er verlässt SAP im Frühjahr 2027. Marktbeobachter werten diesen Schritt als Reaktion auf den wachsenden Wettbewerb im KI-Sektor.
Milliarden-Rückkauf und Tech-Allianz
Parallel dazu stützt SAP den eigenen Kurs. Bis Ende Juli fließen 2,6 Milliarden Euro in ein laufendes Aktienrückkaufprogramm. Das Management signalisiert damit eine aus seiner Sicht zu niedrige Bewertung.
Im gleichen Schritt schmiedet der Konzern neue Bündnisse. SAP, Nokia und Microsoft haben am Dienstag eine mehrjährige strategische Vereinbarung geschlossen. Nokia nutzt künftig verstärkt SAP-Lösungen für die eigene Digitalisierung. Im Zentrum steht das Angebot „RISE with SAP“ auf der Microsoft-Cloud Azure. Die Partner wollen KI-Anwendungen im großen Maßstab sicher nutzbar machen.
Blick auf die Quartalszahlen
An der Börse zeigt die Stabilisierung noch kaum Wirkung. Das Papier notiert aktuell bei 135,22 Euro. Damit bewegt sich der Kurs gut drei Prozent über dem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 33 Prozent auf der Anzeigetafel.
Einige Experten verweisen auf das Potenzial der anstehenden Dremio-Übernahme. Der Zukauf des Datenspezialisten soll im dritten Quartal abgeschlossen werden.
Analysten blicken nun auf den 23. Juli 2026. An diesem Tag präsentiert SAP die Zahlen für das zweite Quartal. Investoren fordern klare Belege für Wachstum im Cloud-Bereich. Auch die Monetarisierung des neuen KI-Assistenten Joule muss die Erwartungen erfüllen. Ein starkes Quartalsergebnis könnte den erhofften charttechnischen Boden festigen.
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