SAP sichert sich einen wichtigen Zugang zum lukrativen Behördenmarkt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erteilt der Cloud-Infrastruktur des Konzerns eine offizielle Einsatzerlaubnis. Damit dürfen in Walldorf künftig staatliche Verschlusssachen verarbeitet werden. Die Börse reagiert darauf allerdings unterkühlt.
Fokus auf digitale Souveränität
Konkret geht es um Daten der Geheimhaltungsstufe „Nur für den Dienstgebrauch“. SAP betreibt dafür drei räumlich getrennte Rechenzentren in der Region Walldorf und St. Leon-Rot. Ausschließlich sicherheitsüberprüftes Personal hat Zugriff auf diese Systeme. Das Ziel: SAP will regulierten Industrien eine souveräne Cloud-Lösung anbieten. Die aktuelle Erlaubnis markiert dabei einen Zwischenschritt zur vollständigen BSI-Zulassung.
Starkes Wachstum, schwacher Kurs
Investoren honorieren den strategischen Erfolg vorerst nicht. Am Mittwochmittag rutschte die SAP-Aktie im Xetra-Handel um fast vier Prozent ab. Der Kurs fiel auf knapp 148 Euro. Eine unmittelbare Umsatzprognose für den Behördenmarkt fehlt in der Mitteilung. Das dämpft offenbar die kurzfristige Euphorie.
Operativ liefert das Cloud-Geschäft bereits verlässliche Zahlen. Im ersten Quartal kletterte der Cloud-Umsatz um 19 Prozent. Der Auftragsbestand wuchs parallel dazu auf 21,9 Milliarden Euro. Auch der operative Gewinn legte um 17 Prozent zu.
Die BSI-Einsatzerlaubnis stärkt die Marktposition von SAP bei öffentlichen Ausschreibungen erheblich. Der Konzern baut einen tiefen Burggraben im Segment der digitalen Souveränität. Die nächsten Quartalszahlen liefern den ersten Härtetest. Dann muss das Management belegen, dass die Zertifizierung tatsächlich neue Millionenaufträge in den Cloud-Backlog spült.
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