Wenn die Highflyer der Künstlichen Intelligenz schwächeln, gewinnen Softwarewerte. Dieses Muster zeigte sich am Montag erneut in Frankfurt. SAP gehörte zu den Top-Gewinnern im DAX – trotz eines Kursverlusts von mehr als 30 Prozent seit Jahresbeginn.

Kräftiger Sprung, tiefes Minus

Die SAP-Aktie zog am Montag um bis zu 2,2 Prozent an. Damit zählte das Papier zu den stärksten Werten im moderat steigenden Leitindex. Trotzdem bleibt SAP der zweitschwächste DAX-Titel des laufenden Jahres.

Der Schlusskurs lag bei 140,88 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 4,19 Prozent zu Buche. Der Monatsblick zeigt dagegen ein Minus von 10,86 Prozent, seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf 30,26 Prozent. Auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang sogar 45,84 Prozent.

Die Rotation treibt den Kurs

Andere deutsche Softwarewerte profitierten ebenfalls von der Bewegung. Im Gegenzug verloren Halbleiterwerte deutlich, die zuletzt vom KI-Hype stark profitiert hatten. Infineon fiel zeitweise um 3,7 Prozent.

Diese Gegenbewegung kam SAP zugute. Kapital floss aus überkauften KI-Gewinnern in zuvor abgestrafte Softwaretitel. JPMorgan-Stratege Mislav Matejka ordnet die Entwicklung als kurzfristig ein. Er erwartet, dass sich die übergeordneten Trends fortsetzen: Schwächen in der KI-Rally dürften gekauft werden, Erholungen bei belasteten Werten eher schnell wieder abebben.

Charttechnik bleibt belastet

Der Kurs notiert weiterhin unter seinen mittelfristigen Durchschnittslinien. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 146,30 Euro fehlen 3,70 Prozent. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 180,62 Euro klafft eine Lücke von 22,00 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch aus dem Sommer 2025 trennen die Aktie noch 47,04 Prozent. Zum erst am 25. Juni markierten 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro beträgt der Puffer dagegen nur 7,71 Prozent. Der RSI von 48,6 zeigt weder eine Überkauft- noch eine Überverkauft-Situation. Die annualisierte Volatilität von 45,77 Prozent bleibt hoch.

Sektorstimmung statt Unternehmensnews

Die Kursbewegung vom Montag hatte nichts mit SAP selbst zu tun. Sie folgte allein der Stimmungsverschiebung im KI-Sektor. Kein einziger unternehmensspezifischer Auslöser stand dahinter.

Der bevorstehende Quartalsbericht wird zeigen, ob SAP aus eigener Kraft Boden gutmachen kann. Bis dahin bleibt der Kurs ein Spielball der Sektorrotation zwischen Halbleitern und Software.