Der Softwarekonzern SAP steht vor einer entscheidenden Phase bei der Vermarktung seiner jüngsten Technologiegeneration. Wie das Handelsblatt heute berichtet, sieht Vorstandschef Christian Klein durch neue Produkte auf Basis künstlicher Intelligenz eine „historische Chance“ für deutliches Wachstum.

Allerdings formulierte der Manager zugleich eine klare Bedingung für den geschäftlichen Erfolg: Das Walldorfer Unternehmen müsse dieses Potenzial nun im praktischen Einsatz bei den Kunden unter Beweis stellen.

Die Äußerungen fallen in ein Marktumfeld, in dem die Anleger nach neuen Impulsen für die Bewertung suchen. Am heutigen Handelstag gibt die Aktie um 0,6 Prozent nach und steht bei 184,30 Euro. Trotz der jüngsten Konsolidierung notiert das Papier damit weiterhin 10 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 166,81 Euro.

Geteilte Erwartungen vor den Quartalszahlen

Unter den institutionellen Beobachtern gehen die Einschätzungen zur weiteren Entwicklung auseinander. Vor den anstehenden Zahlen zum dritten Quartal hob das Analysehaus Jefferies am 22. September sein Kursziel von 210 Euro auf 220 Euro an und bekräftigte die Kaufempfehlung mit der Einstufung „Buy“. Die Experten sehen weiteres Potenzial für die Geschäftsentwicklung des Softwareherstellers.

Zurückhaltender äußerte sich am selben Tag die US-Bank JPMorgan. Die Analysten beließen ihre Einstufung auf „Neutral“ und setzten das Kursziel bei 175 Euro an. Auch andere Häuser passten ihre Bewertungsmodelle jüngst an: Während die Kursziele im Markt teilweise bis zu 226 Euro reichen, mahnen vorsichtigere Stimmen zur Zurückhaltung, solange die tatsächlichen Ertragszuwächse aus den neuen Angeboten nicht in den Bilanzen sichtbar werden.

Kapitalpflege und Bewährungsprobe

Parallel zur strategischen Ausrichtung stützt der Konzern seine Notierung durch laufende Wertpapierkäufe. Wie aus Pflichtmitteilungen hervorgeht, erwarb SAP im Zeitraum vom 14. bis einschließlich 18. September insgesamt 50.000 eigene Aktien über das bestehende Rückkaufprogramm.

Für die Marktteilnehmer richtet sich das Augenmerk nun darauf, ob die Nachfrage nach den neuen Softwarelösungen mit den Erwartungen des Managements Schritt halten kann. Die kommenden Quartalsberichte dürften erste konkrete Anhaltspunkte dafür liefern, wie zügig die Unternehmenskunden die neuen Werkzeuge adaptieren und ob sich die vom Vorstandsvorsitzenden beschriebene Wachstumsdynamik in den Kennzahlen niederschlägt.